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Umstieg von Einnahmen-Überschussrechnung Wechsel zur Bilanzierung: Fehler vermeiden

Hat das Finanzamt Sie dazu aufgefordert, zum 1. Januar 2016 von der einfachen Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung zu wechseln, sollten Sie diesen Wechsel nur zusammen mit einem Steuerberater durchführen. Ein Fehler an dieser Stelle kann steuerlich teuer werden.

In einem Urteilsfall ermittelte ein Unternehmer beim Wechsel von der Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung einen Übergangsgewinn. Für diesen Übergangsgewinn stellte er einen Billigkeitsantrag, dass das Finanzamt diesen verteilt auf drei Jahre besteuert. Dadurch fiel die Steuerbelastung deutlich niedriger aus als bei der Versteuerung des kompletten Übergangsgewinns in einem Jahr. Dass ein Übergangsgewinn auf Antrag auf drei Jahre verteilt werden kann, ist in Richtlinie 4.6 Abs. 1 Satz 4 der Einkommensteuerrichtlinien geregelt.

Billigkeitsentscheidung im Erstjahr ist ein Grundlagenbescheid

Erst ein paar Jahre später bemerkte der Unternehmer, dass statt eines Übergangsgewinns eigentlich ein Übergangsverlust entstanden ist. Er forderte das Finanzamt deshalb dazu auf, von der Besteuerung des Übergangsgewinns im zweiten und dritten Jahr zu verzichten. Die Steuerbescheide dieser beiden Jahre waren nämlich noch änderbar. Doch das Finanzamt lehnte ab. Die Stattgabe zur Gewinnverteilung im Erstjahr ist eine Billigkeitsentscheidung und Grundlage für die nächsten beiden Jahre. Lässt sich das Erstjahr nicht mehr ändern, bleibt es ohne Wenn und Aber bei der anteiligen Besteuerung des Übergangsgewinns in den Jahren 2 und 3. Der Bundesfinanzhof bestätigte diese strenge Auffassung (BFH, Urteil v. 1.10.2015, Az. X R 32/13).

Tipp: Dieses Urteil verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich beim Übergang von der Einnahmen-Überschussrechnung zur Bilanzierung den Rat eines Steuerberaters einzuholen.

Beispiel zum Übergangsgewinn

Ein Einnahmen-Überschussrechner stellte im Dezember 2015 Rechnungen in Höhe von 5.000 Euro, die erst im Januar 2016 bezahlt wurden. Wechselt er zum 1.1.2016 zur Bilanzierung, muss er in der Eröffnungsbilanz eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen von 5.000 Euro ausweisen. Da der Geldeingang bei der Bilanzierung erfolgsneutral ist (Buchungssatz: Bank 5.000 Euro an Forderung 5.000 Euro), muss er aus diesem Geschäftsvorfall einen Übergangsgewinn von 5.000 Euro versteuern.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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