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Der ACC verdient besondere Aufmerksamkeit VW T6 im Test: Nützliche Helfer stärken innere Werte

Der VW Transporter gilt als Inbegriff des Handwerkerfahrzeugs. Auf Testfahrt mit einem Kastenwagen der sechsten Generation.

Der sieht ja genauso aus wie sein Vorgänger, war die erste Reaktion auf den neuen VW Transporter. Und in der Tat, bei der Optik des T6 setzt Volkswagen auf Tradition. Kein Wunder, wurde der Namensgeber der Bulli-Klasse doch in den 65 Jahren seiner Existenz rund zwölf Millionen Mal verkauft, zwei Millionen steuerte allein der T5 bei. Grund genug, beim Test der jüngsten Generation des Erfolgsmodells vor allem auf die inneren Werte zu schauen.

Zur Verfügung stand ein weißer Kastenwagen mit kurzem Radstand (3.000 mm) und 150 PS, der sich mit reichlich halber Nutzlast fast genauso gut fahren lässt wie im unbeladenen Zustand. Jedenfalls reicht die Kraft der mittleren Motorisierung locker aus, um im Verkehr gut mithalten zu können.

VW T6, Kastenwagen

Volkswagen hat für den Antrieb des T6 nach eigenen Angaben einen Zwei-Liter-Turbodiesel aus der Pkw-Sparte an die härteren Bedingungen des gewerblichen Einsatzes angepasst. Das scheint gelungen, auch wenn einem bei Aussagen von VW zum Motor trotz der ordentlichen Laufkultur des Aggregats mittlerweile ein mulmiges Gefühl beschleicht.

Zur Einhaltung der Euro 6-Abgasnorm setzt VW wie seine Mitbewerber auf Abgasreinigung mit Harnstoff. Das erforderliche Ad-Blue muss alle 7.000 Kilometer nachgefüllt werden, was beim zweiwöchigen Test keine Rolle spielte. Erfreulich ist aber, dass der Tankstutzen für das Ad-Blue direkt unter der Dieselöffnung platziert wurde.

Assistenzsysteme bestimmen innere Werte

Die inneren Werte eines Transporters werden aber zunehmend von den Assistenzsystemen bestimmt. Sie erleichtern dem Fahrer seinen Job und erhöhen zudem seine Sicherheit. Der Abstandsregeltempomat, nichts anderes verbirgt sich hinter der Bezeichnung ACC (Adaptive Cruise Control), hat sich beim Test als eine besonders nützliche Ausstattung erwiesen.

Von VW erstmals im Jahr 2002 im Phaeton eingebaut, gibt es den stetig weiterentwickelten ACC jetzt auch für schnöde Kastenwagen. Die Investition von gut 600 Euro lohnt sich, zumal das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion mit zum Ausstattungspaket gehört.

Die ACC-Sensoren in der Stoßstange über dem Nummernschild messen die Entfernung und die Relativgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug. Hat der Fahrer seine Geschwindigkeit und den gewünschten Abstand eingestellt, sorgt die Elektronik mit automatischen Bremseingriffen dafür, dass nicht zu dicht aufgefahren wird.

Im Schlepptau durch die Baustelle

Geschickt eingesetzt, lässt sich mit dem System vor allem auf der Autobahn deutlich entspannter fahren. Ein Beispiel: Stellt man den Tempomat auf 120 km/h ein und fährt in eine Baustelle mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h, kann man sich einfach hinter einem Lkw andocken und ohne zu bremsen oder Gas zu geben hinter dem Brummi herrollen. Schert man nach der Baustelle auf die Überholspur aus, beschleunigt der ACC wieder auf 120.

Lediglich die Zeitgenossen, die sich nach dem Überholen ohne genügend Abstand sofort rechts einordnen, stören das Vergnügen. Der ACC meldet den Störer im Display und bremst notfalls sogar. Allerdings entfernt sich das schnellere Fahrzeug ja sofort, so dass sich der Ärger in Grenzen hält. Wie groß der Abstand eingestellt wird, muss angesichts des eben geschilderten Phänomens aber ausgetestet werden.

Datenblatt

Antrieb: Turbo-Dieselmotor mit 1.968 cm³, 150 PS und Sechs-Gang-Schaltgetriebe (max. Drehmoment 340 Nm bei 1.500 bis 3.000 U/min)

Kraftstoffverbrauch: 6,0 l/100 km (7,2 l inner- und 5,3 l außerstädtisch)

Laderaum: Länge 2.572 mm, Volumen 5.800 l

Zuladung: 969 kg

Wendekreis: 11,9 m

Gesamtpreis: 36.987 Euro (Grundpreis: 27.965 Euro)

Zusatzausstattung (Auswahl): automatische Distanzregelung ACC mit Front Assist mit City-Notbremsfunktion (610 Euro), Komfort-Paket plus, unter anderem mit Klimaanlage und höhenverstellbarem Fahrersitz (1.485 Euro), Effizienzpaket BlueMotion (76 Euro), Beifahrer-Doppelsitzbank (360 Euro), Heckflügeltüren mit beheizbaren Fenstern (335 Euro), Elektrik-Paket II für Fensterheber und Außenspiegel (665 Euro), hohe Trennwand mit festem Fenster und Verzurrösen (330 Euro), abnehm- und abschließbare Anhängevorrichtung mit Gespannstabilisierung (780 Euro), Parkpilot im Front- und Heckbereich (580 Euro)

Bei allen Preisangaben handelt es sich um Nettopreise ohne Mehrwertsteuer.

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