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Breitschwert: "Wir schaffen das!" VW-Abgasskandal: Viel Arbeit für das Kfz-Handwerk

Volkswagen hat mit der Nachrüstung der vom Abgasskandal betroffenen Autos begonnen. Für Kunden und Werkstattinhaber soll die Aktion ohne Kosten über die Bühne gehen.

Als erstes Fahrzeug muss der Pick-up Amarok in die Werkstatt. Für das Update der Motorsteuerungs-Software braucht ein Kfz-Mechaniker etwa eine halbe Stunde. Dafür bekommen die Werkstätten von VW rund 60 Euro pro Fahrzeug, meldete die Deutsche Presse Agentur. Die genaue Summe hängt jedoch vom Stundenverrechnungssatz des jeweiligen Betriebes ab, wie in der Kfz-Branche zu erfahren war. Damit sollen die Lohnunterschiede innerhalb Deutschlands berücksichtigt werden.

Außerdem können die Werkstätten bei VW einen Hol- und Bring-Service in Rechnung stellen, denn den Kunden möchte VW mit der Rückrufaktion möglichst wenig Scherereien bereiten.

Bundesverkehrsminister Dobrindt besucht VW-Autohaus

Am 2. Februar 2016 hat sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt über die Umrüstaktion informiert. Gemeinsam mit Herbert Diess, dem Vorstand der Marke Volkswagen Pkw, besuchte der CSU-Politiker ein VW Autohaus in Berlin. „Die Software- und Hardwarelösungen, die uns von VW vorgestellt wurden, geben Anlass zu der Hoffnung, dass der Umrüstprozess nicht zum Nachteil der Kunden stattfinden wird“, sagte der Minister.

Bundesweit müssen rund 2,5 Millionen Fahrzeuge mit einem Motor vom Typ EA 189 nachgebessert werden, einem Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung der Abgasnorm Euro 5. Der Motor wurde mit 1,2, 1,6 und 2,0 Liter Hubraum gebaut. Betroffen sind auch Autos der Konzerntöchter Audi, Škoda und Seat.

VW Amarok

Die Rückrufaktion hat jetzt mit dem 2.0 TDI-Motor im VW Amarok begonnen. Nach Aufspielen der neuen Motorsteuerungs-Software erfüllt der Amarok laut VW die erforderlichen Grenzwerte zur Einhaltung der EU5-Abgasnorm. Ziel sei, durch die Nachrüstung keine Veränderung der Verbrauchswerte, der Leistungsdaten oder der CO2- und Geräuschemissionen herbeizuführen. Das habe das Kraftfahrt-Bundesamt für den Amarok bestätigt, so VW.

In wenigen Wochen sollen neben den Varianten des Passat auch die anderen Modelle mit den betroffenen 2.0 TDI-Motoren folgen. Voraussichtlich zum Ende des zweiten Quartals werde mit den Umrüstungen bei den 1,2 Liter-Motoren begonnen. Zum Abschluss der Rückrufaktion ab dem dritten Quartal des Jahres erfolgt die Umsetzung bei den Fahrzeugen mit 1,6 Liter-Motor, bei denen zusätzlich ein Strömungsgleichrichter im Ansaugtrakt eingesetzt werden muss. Damit erhöhe sich die Arbeitszeit laut VW auf knapp 45 Minuten kalkuliert werden.

Die Betriebe des Kfz-Handwerks stünden als Partner für die Umrüstaktion jedenfalls bereit. „Das können wir sowohl technisch wie auch organisatorisch stemmen“, sagte Klaus-Dieter Breitschwert, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes und zusammen mit seinem Bruder Karl-Heinz Inhaber eines VW Autohauses mit vier Standorten in Mittelfranken.

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