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Lohnsteuerklasse Vorteile für Eheleute durch Faktorverfahren

Ehepaare haben bei der Steuerklassenwahl drei Möglichkeiten. In der Praxis werden aber meist nur zwei dieser Steuerklassenkombinationen genutzt. Die klassische Steuerklassen-Kombi IV/IV oder III/V. Dabei gibt es noch eine dritte Steuerklasse, die eigentlich die steuerlich interessanteste sein dürfte.

Bei der Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor wird der steuerliche Vorteil der Zusammenveranlagung bereits während des Jahres ziemlich genau berücksichtigt. Nachzahlungen bei Abgabe einer Steuererklärung sind damit passe. Zum anderen wird für jeden Ehegatten der Steuerabzug nach dessen steuerlichen Gegebenheiten ermittelt. Das führt dazu, dass jeder Ehegatte das Nettogehalt bekommt, das ihm wirklich zusteht.

Beispiel: Das Ehepaar Susi und Werner arbeiten beide (Arbeitslohn Susi 1.700 Euro monatlich und Werner 3.000 Euro). Sie haben klassisch die Steuerklassen-Kombi III/V gewählt.

Monatliches Nettogehalt bei Steuerklassen-Kombi III/V

  Ehefrau Susi (Steuerklasse V) Ehemann Werner (Steuerklasse III)
Bruttogehalt 1.700 Euro 3.000 Euro
abzgl. Steuern (ESt, Soli) -360,63 Euro -225,99 Euro
abzgl. Sozialabgaben -348,08 Euro -614,25 Euro
Nettogehalt 991,29 Euro 2.159,76 Euro

Es geht aber auch anders - eben mit der Steuerklassenkombination IV/IV mit Faktor 

Beispiel: Das Ehepaar beantragt 2015 die Steuerklassen-Kombi IV/IV mit Faktor. Das Finanzamt ermittelt nach ihren Angaben im Antragsformular einen Faktor von 0,971. 

Monatliches Nettogehalt bei Steuerklassen-Kombi IV/IV mit Faktor 

  Ehefrau Susi Ehemann Werner
Bruttogehalt 1.700 Euro 3.000 Euro
abzgl. Steuern (ESt, Soli) -142,72 Euro -463,36 Euro
abzgl. Sozialabgaben -348,08 Euro -614,25 Euro
Nettogehalt 1.209,20 Euro 1.922,39 Euro

Fazit: Bei Beantragung der Steuerklassen-Kombi IV/IV Faktor würde Ehefrau Susi aus unserem Beispiel endlich wissen, wie hoch ihr Nettogehalt tatsächlich ist. Für den Mann hart, wenn er am Stammtisch ein niedrigeres Nettogehalt nennen muss. Für die Frau ist es klasse, weil sie bei privaten Ausgaben aufgrund ihres um 217,91 Euro höheren Monatsgehalts ein gewichtigeres Mitspracherecht hat.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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