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Steuer aktuell Vorsteuerabzug trotz mangelhafter Leistungsbeschreibung

Bekommen Sie im Rahmen Ihrer selbständigen Tätigkeitvon einem anderen Unternehmer eine Rechnung mit offen ausgewiesener Umsatzsteuer, ist wichtig, dass die erbrachte Leistung zweifelsfrei zu erkennen ist. Ist die Leistungsbeschreibung nicht nachvollziehbar, kippt der Vorsteuerabzug. Das könnte sich nun jedoch ändern.

In den Schlussanträgen der Generalanwältin zu einem Streitfall vor dem Europäischen Gerichtshof wurde eine zu pauschale Leistungsbeschreibung nicht als Grund für eine Vorsteuerkürzung gesehen (Schlussanträge v. 18.2.2016, Az. Rs. C-516/14). Das bedeutet im Klartext: Findet bei einem selbständigen Handwerker eine Umsatzsteuer- oder eine Betriebsprüfung statt und es droht eine Kürzung der Vorsteuer wegen einer zu schwammigen Leistungsbeschreibung, sollten Sie mit einem Einspruch und mit dem Hinweis auf das zu erwartende EuGH-Urteil gegen die Vorsteuerkürzung kontern.

Besser frühzeitig um aussagekräftige Leistungsbeschreibung kümmern

Damit aber erst gar nicht zu einem Streit mit dem Finanzamt um die Leistungsbeschreibung in einer Eingangsrechnung kommt, empfiehlt sich für Rechnungsempfänger folgende Vorgehensweise:

  • Ist die Leistungsbeschreibung zu pauschal, schicken Sie die erhaltene Eingangsrechnung an den Rechnungsaussteller zurück und bitten Sie um eine berichtigte Rechnung mit aussagekräftiger Leistungsbeschreibung.
  • Vorsteuerabzug kann trotz einer zu allgemeinen Leistungsbeschreibung auch gerettet werden, wenn in der Rechnung auf einen schriftlichen Vertrag hingewiesen wird, dem die Leistungen entnommen werden können.

Tipp: Kommt es aber zum Streitfall wegen einer zu schwammigen Leistungsbeschreibung, sollten Sie nicht nur Einspruch gegen die Vorsteuerkürzung einlegen. Sie sollten dem Finanzamt zusätzlich eine berichtigte Rechnung mit einer dann aussagekräftigen Leistungsbeschreibung vorlegen. Es läuft derzeit nämlich ein weiterer Streitfall beim EuGH, nachdem eine rückwirkende Rechnungsberichtigung möglich sein soll. Das Finanzamt dürfte in diesem Fall keine Nachzahlungszinsen festsetzen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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