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Homepage - Ausgabe 18/2009

Vor der nächsten Rezession

Gut die Hälfte dessen, was im Wirtschaftsleben geschieht, ist Psychologie. So jedenfalls meinte einst Ludwig Erhard. Dass er damit nicht immer die Psychologie der guten Nachricht im Sinn hatte, die Hoffnung macht, lässt sich unschwer an der Realität erkennen.

Aktuell ist davon zu lesen, dass die Rezession ihren Tiefpunkt erreicht haben könnte. Toll, möchte man meinen, und getreu dem Motto „Jetzt wird in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt“ fröhlich zur Tat schreiten. Denkste, denn im selben Zeitungsbeitrag mit der optimistischen Überschrift „Es geht aufwärts“ verweist die Unterzeile darauf, dass demnächst ein Einbruch der Binnenkonjunktur drohen dürfte. Wegen der aller Voraussicht nach steigenden Arbeitslosigkeit infolge der Rezession. Wie, was, warum? Wenn die Rezession vorbei ist, dann gibt es doch wieder mehr Aufträge und damit mehr Jobs, oder? Stellen Sie doch keine so naiven Fragen! Warum war es denn einigen Großkonzernen lange vor der Rezession möglich, zu Beginn einer Bilanzpressekonferenz stolz die exorbitante Steigerung des Ergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr um den Faktor 10 zu verkünden und am Ende selbiger Konferenz mitzuteilen, dass mehrere tausend Jobs gestrichen würden? Ganz einfach: Weil wir im Zeitalter der Globalisierung lernen müssen, antizyklisch zu denken.

Nennen Sie das meinetwegen Dialektik. Man kann es aber auch mit einer einfachen Fußballerweisheit ausdrücken: Nach dem Spiel, in dem Fall also der Rezession, ist vor der Rezession.rom

 
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