Vertrauen und Verantwortung für die Jungen - Chemnitz - deutsche handwerks zeitung

Chemnitz - Ausgabe 18/2010

Vertrauen und Verantwortung für die Jungen

Friseurmeister Jörn Lüdecke engagiert sich im Vorstand von Innung und Kreishandwerkerschaft

Innungsobermeisterin Heike Schädlich freut sich, dass sie ihren jungen Kollegen Jörn Lüdecke für die ehrenamtliche Arbeit gewinnen konnte. Foto: HWK

Junge Handwerker als Mitglied oder sogar für ein Ehrenamt gewinnen - das ist der Wunsch so mancher Innung. Die Friseur- und Kosmetik-Innung Chemnitz hat dieses Glück: Seit Februar ist Jörn Lüdecke stellvertretender Innungsobermeister und seit Juli im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Chemnitz. Die Deutsche Handwerks Zeitung sprach mit dem 28-jährigen Friseurmeister, der in Zschopau und Chemnitz zwei Friseurgeschäfte innehat.

DHZ: Sie sind einer der Jüngsten unter den 125 Innungsmitgliedern. Was hat Sie bewogen, vor zwei Jahren der Innung beizutreten?

Jörn Lüdecke: Schon als Lehrling habe ich mich in der Bildungsstätte der Friseur-Innung wohlgefühlt und habe dort gute Unterstützung erhalten. Nach meiner Lehre im elterlichen Betrieb und der Meisterausbildung habe ich mit dem Tag meiner Selbstständigkeit den Schritt in die Innung getan. Friseur ist ein Handwerksberuf, der stets mit Mode und Trends zu tun hat. Die erfahre ich hier aus erster Hand. Mit meinen Kollegen komme ich auf diese Weise häufig in Kontakt und wir haben öfter Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zu handwerkstechnischen oder auch betriebswirtschaftlichen Fragen. Wir sprechen über neue Produkte ebenso wie über neue Bearbeitungstechniken.

DHZ: Werden Sie als junger Meister von den „alten Hasen“ auch gehört?

Jörn Lüdecke: Unsere Innungsobermeisterin Heike Schädlich achtet sehr darauf, dass eine gesunde Mischung als erfahrenen und jungen Kollegen auch im Vorstand vertreten ist. Ich kann meine Ideen und Vorschläge gut einbringen und freue mich, wenn die Mitglieder diese annehmen. Zum Beispiel engagiere ich mich sehr für die Umsetzung der Imagekampagne für das Handwerk, da sie vor allem junge Leute ansprechen soll. Wir haben für unsere Innungsmitglieder verschiedene Werbemittel gekauft, die in den Salons genutzt werden können. Kritisch möchte ich dazu bemerken, dass mir und unseren Mitgliedern diese Werbemittel oft als zu teuer erscheinen. Vergleichbares lässt sich nach meinen Erfahrungen oft preiswerter kaufen.

DHZ: Wir werden diese Kritik an das Kampagnebüro weitergeben. Weitere junge Berufskollegen für die Innung zu gewinnen - wie würden Sie dafür werben?

Jörn Lüdecke: Hier erfährt man, was für unseren Beruf wichtig ist: Nicht nur Modetrends, sondern auch die neuesten Informationen zu Arbeitsschutz, Rechtsfragen, gemeinsamen Rahmenverträgen. Auch bei Fachliteratur, Modeheften oder Vorträgen haben unsere Mitglieder preisliche Vorteile. Nichtmitglieder sind jederzeit gern gesehen, können zum Beispiel ihre Lehrlinge zu Veranstaltungen schicken. Ganz wichtig sind aber nicht nur geldwerte Vorteile, sondern, dass wir eine Gemeinschaft sind, die sich unterstützt, und nicht einfach nur Konkurrenten.

 
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