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Unternehmer mit Fuhrpark sind in der Halterhaftung Vertrauen ist gut, Führerscheinkontrolle ist besser

Wenn Transporter fürs Handwerk unterwegs sind, dann fährt meist ein Geselle. Im Prinzip sitzt der Chef aber immer mit im Boot, zumindest wenn es um die Halterhaftung geht.

Und die nimmt ihn in die Pflicht, wenn zum Beispiel einer seiner Fahrer ohne gültigen Führerschein erwischt wird. Das kann teuer werden.

Nach dem Straßenverkehrsgesetz drohen Freiheits- oder Geldstrafen, falls ein Fahrer ohne die erforder­liche Fahrerlaubnis erwischt wird oder der vorgeschriebene Führerschein beschlagnahmt wurde. Regelmäßige Führerscheinkontrollen und deren Dokumentation gehören deshalb zum Betriebsalltag. Zweimal pro Jahr sollte die Fahrerlaubnis im Original kontrolliert werden, rät der TÜV.

300 Fuhrparkleiter befragt

Doch längst nicht alle Unternehmer nehmen diese Aufgabe ernst, wie eine Umfrage des Fachmagazins "Flottenmanagement“ ergab, an der rund 300 Fuhrparkleiter teilgenommen haben. Zehn Prozent der Betreiber von Unternehmensflotten verzichten auf die Kontrolle der Fahrlizenzen bei ihren Dienstwagennutzern.

Dass die Umfrage durchaus auf das Handwerk heruntergebrochen werden kann, zeigt die Tatsache, dass 78 Prozent der Teilnehmer kleine Flotten von weniger als 50 Fahrzeugen verantworten.

Sichtkontrolle bleibt Favorit

Mit 97 Prozent vertrauen die meisten befragten Flottenbetreiber der klassischen Sichtkontrolle im Unternehmen, wobei es auch Dienstleister gibt, die ihnen diese Arbeit abnehmen. Solche Verfahren mittels Smartphone-App oder Scanner eignen sich aber eher für große Flotten wie sie zum Beispiel Speditionen oder dann, wenn nicht alle Fahrzeuge am Unternehmenssitz im Einsatz sind.

Bei den eher kleinen Flotten im Handwerk dürfte es in den meisten Fällen kein Problem sein, den Führerschein zweimal pro Jahr zu kontrollieren. Auf keinen Fall sollte ein Fuhrparkleiter darauf vertrauen, dass die Fahrer, nachdem sie zum Beispiel mit Alkohol am Steuer erwischt worden sind, den Entzug des Führerscheins von sich aus im Unternehmen melden, empfiehlt der TÜV.

Denn der Fahrer befinde sich in einem Dilemma: Einerseits erhöht sich nach dem Verlust des Führerscheins das Risiko, auch den Arbeitsplatz zu verlieren, andererseits droht beim Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Straftat. ste

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