Im Penthouse der Akademie für Unternehmensführung der Handwerkskammer für Unterfranken fand das regionale Casting zur bayernweiten Nachwuchskampagne "Macher gesucht!" statt. Aus 15 Bewerbern haben sich die beiden Gewinner Julian Lutz aus Weilbach und Fadime Özer aus Kitzingen für das große Finale am 16. Oktober in München qualifiziert.
"Es waren tolle Präsentationen mit viel Kreativität und Einsatz. Die Mädchen und Jungs haben toll mitgemacht. Ich bin begeistert", schwärmt Alfred Veeth, Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken für die 15 Kandidaten, die sich dem Supermacher-Casting des Bayerischen Handwerks in Würzburg gestellt haben. Vier Aufgaben waren zu bewältigen, um sich die begehrte Fahrkarte nach München zum Recall am 16. Oktober zu sichern. Unglaublich auch die vielfältigen Talente, die die 12 bis 17-Jährigen schon bei den mitgebrachten Werkstücken präsentierten. Vom Fanta-Kuchen über Kunst von der Schreiner-Werkbank zur kreativen Mode-Collage auf einem Plakat.
"Macher gesucht!" heißt die Nachwuchskampagne des Bayerischen Handwerks bei der zunächst in regionalen Castings, junge Menschen für Berufe im Handwerk interessiert werden sollen. Über das Internetportal lehrlinge-fuer-bayern.de hatten sich rund 1.300 Kandidaten beworben, davon 216 alleine aus Unterfranken.
34 unterfränkische Teilnehmer hatten die erste schriftliche Auswahl-Hürde geschafft, 15 von ihnen traten nun im direkten Wettkampf gegeneinander an. Bei den Aufgaben, die die Bewerber zu bewältigen hatten, wurden Persönlichkeit, Geschicklichkeit, Kreativität und Schnelligkeit – also Macher-Qualitäten – getestet. Der Spaßfaktor und Showcharakter spielten dabei jedoch auch eine Rolle.
Er konnte sein Glück kaum fassen. Julian Lutz aus Weilbach überzeugte die Jury bei seiner Präsentation durch eine ausgezeichnete Schreinerarbeit: eine Holzuhr mit Intarsien. Und als am Ende Bayern1-Moderatorin Irina Hanft seinen Namen als Gewinner verkündete, riss er seinen rechten Arm nach oben und freute sich sehr über seinen Titel "Unterfränkischer Supermacher 2010". Er bedankte sich bei der Jury für die Wahl und fügte hinzu: "Ich finde es toll, dass es hier bei Macher gesucht! Um handwerkliche Fertigkeiten geht und nicht wie so oft bei anderen Events um Computerkenntnisse."
Der 16-Jährige von der Johannes-Hartung-Realschule Miltenberg darf jetzt mit der Zweitplatzierten, Fadime Özer aus Kitzingen, zum großen bayernweiten Finale nach München reisen. Die 17-jährige Hauptschülerin überzeugte die Jury bei ihrer Präsentation durch ihre Kenntnisse in Sachen Mode. Auf einem Collagenplakat stellte sie ihre Ideen vor. Besonders mit Jurymitglied Nicole Brandler, Obermeisterin der Innung für das Maßschneiderhandwerk Unterfranken, entwickelte sich ein fachliches und spannendes Gespräch. Fadime kam in Begleitung ihrer Cousine und ihrer Mutter, die sie bei den einzelnen Aufgaben unterstützten.
Nach den einzelnen Präsentationen der Kandidaten mussten noch drei Aufgaben gelöst werden. Gleich nach der Präsentation galt es, das Gewicht eines mit Sand gefüllten Eimers zu schätzen. Von einem bis 30 Kilogramm waren die Antworten. Exakt wog der Eimer mit Sand 4,3 Kilogramm. Derjenige Kandidat, der dieses Gewicht am exaktesten schätzte, erhielt die höchste Punktzahl.
Aufgabe drei bestand darin, ein Puzzle mit dem Motiv des "Macher gesucht!"-Logos an einer Magnetwand innerhalb drei Minuten zu legen. Viele schafften es innerhalb der vorgegebenen Zeit, manche auch mit lautstarker Unterstützung der eigenen Fans im Publikum.
Bei der vierten und letzten Aufgabe mussten die Kandidaten aus einem Haufen Schrauben und Muttern diejenigen Paare herausfinden, die zusammenpassen. Ein Linksgewinde und mehr Muttern als Schrauben machte es den Jungen und Mädchen nicht einfach, die Aufgabe zu lösen.
Nach den Aufgaben vergaben die Jurymitglieder Nicole Brandler, der Kitzinger Kreishandwerksmeister Michael Bissert und der Vizepräsident der Handwerkskammer, Alfred Veeth, noch Extrapunkte für die Persönlichkeit der Kandidaten und zogen sich zur Urteilsfindung zurück. Bei allen auf dem Punktezettel ganz vorne: Julian Lutz aus Weilbach, der sich zurecht den ersten Platz gegen Mitstreiter aus ganz Unterfranken durchsetzte. Alfred Veeth: "Unsere beiden Supermacher werden uns bestimmt sehr erfolgreich in München vertreten. Sie haben Persönlichkeit, zeigen Einsatz und Engagement sowie handwerkliches Geschick. Sie haben das Zeug zum bayerischen Supermacher!"
Kopf der Woche
Der CDU-Politiker Peter Altmaier ist diese Woche als neuer Bundesumweltminister vereidigt worden. Der 53-Jährige ist siebter Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - ihn erwarten komplexe Aufgaben mit mehreren Unbekannten.