Umweltschützer fordern Stopp der E10-Einführung - Konjunktur - deutsche handwerks zeitung

Konjunktur - 08.06.2011

Statt Beimischungsquote schärfere CO2-Grenzwerte gefordert

Umweltschützer fordern Stopp der E10-Einführung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Stopp der Einführung des E10-Benzins gefordert. Der Verkehrsexperte der Umweltlobby, Werner Reh, verwies am Mittwoch in Berlin zur Begründung auf die mangelnde Strategie der Bundesregierung zur Nutzung von Agrarflächen zum Treibstoffpflanzen-Anbau.

Foto: dapd

Berlin (dapd). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Stopp der Einführung des E10-Benzins gefordert. Der Verkehrsexperte der Umweltlobby, Werner Reh, verwies am Mittwoch in Berlin zur Begründung auf die mangelnde Strategie der Bundesregierung zur Nutzung von Agrarflächen zum Treibstoffpflanzen-Anbau. Sie solle auf die Beimischungsquote von 6,25 Prozent verzichten, die die Mineralölkonzerne in diesem Jahr erfüllen müssen.

Guido Reinhardt vom IFEU-Institut in Heidelberg unterstützte den BUND mit dem Argument, die Bundesregierung habe noch nicht einmal alle selbst gesetzten Naturschutz-Ziele erfüllt. Zur Erfüllung der 6,25-prozentigen Bioquote im Treibstoff werde so viel Ackerland benötigt, dass Deutschland zum Netto-Importeur von Nahrungsmitteln werden müsse, sagte er.

Wenn die Bundesregierung wirksam Treibhausgase bekämpfen wolle, müsse sie sich selbst ambitionierte CO2-Grenzwerte für den Verkehr setzen und in der EU ihren Einfluss massiv geltend machen. In Deutschland selbst sinken die CO2-Werte im Verkehr, EU-weit steigen sie jedoch. Die EU fordert bis jetzt einen Durchschnittswert von 95 Gramm pro Kilometer bis 2020, der BUND fordert 80 Gramm.

Reinhardt sagte, der Rapsanbau zur Beimischung zu Kraftstoffen sei "der ineffizienteste Weg überhaupt", um Biomasse zu nutzen. Er verlangte von der Politik, einen gesellschaftlichen Konsens herbeizuführen, dass Deutschland 100 Prozent der Lebensmittel produziere, die im Lande auch verbraucht würden. Das bedeute nicht, dass dann etwa keine Südfrüchte mehr gegessen werden dürften, sondern nur, dass die Bilanz ausgeglichen sei. Allerdings sei in diesem Fall kein Platz mehr für den Anbau von Treibstoffpflanzen auf vier bis fünf Millionen Hektar Ackerfläche, wie er nötig sei, um das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel zu erfüllen.

dapd

 
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2013
Alle Rechte vorbehalten

Kommentare und Bewertungen Kommentar verfassen

Durchschnittliche Bewertung dieses Artikels:
starstarstarstarstar
(0 Bewertungen)
Ihre Bewertung dieses Artikels:

Zum Bewerten klicken Sie bitte auf die Sterne

Es sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar

Die Woche mit der DHZ

Cyber gemobbt

Wie viele virtuelle Freunde haben Sie schon? Und gehen noch zur Bank und in den Supermarkt oder nur noch an den PC? Unsere Welt wird immer digitaler und wir sind schon so faul, dass uns eine Suchmaschine beginnt zu mobben. Eine Woche voller www. Von Jana Tashina Wörrle

Umfrage

Neues Insolvenzrecht: Vor- oder Nachteil fürs Handwerk?

Gewinnspiel

Verlosung: Reise in die Schweiz

Reise-Gewinnspiel: Ab in die Schweiz!

Mitmachen und gewinnen! Erleben Sie die Natur der Schweizer Berge, die Kultur der UNESCO-Welterbestädte oder die Shoppingmöglichkeiten in der zollfreien Stadt Samnaun.

Wissensquiz

Alltag in Zahlen: Schätzen Sie mal...

Wie viel Handwerk steckt eigentlich in unserem Alltag? Testen Sie Ihr Wissen. Jetzt starten

Gewinnspiel

Verlosung: Einwöchige Kreuzfahrt

Gewinnspiel: Wir verlosen eine Kreuzfahrt

Gehen Sie an Bord! Gemeinsam mit A-ROSA verlost die Deutsche Handwerks Zeitung exklusiv eine einwöchige Kreuzfahrt für zwei Personen. Hier geht's zum Gewinnspiel inklusive aller Informationen zur Reise und den Teilnahmebedingungen.

Newsletter

DHZ-Aktuell

Termine

21.05.2013 - 23.05.2013
London International Wine Fair
21.05.2013 - 24.05.2013
CONSTRUMAT
21.05.2013 - 23.05.2013
BALTTECHNIKA