Technik -

Kaputte Elektronik Umtausch oder Reparatur

Endlich die lang ersehnte Bohrmaschine in den Händen – doch dann die Enttäuschung. Stecker in der Steckdose, Einschaltknopf gedrückt und nichts passiert. Wenn die neu gekaufte Elektronik streikt, gilt es schnell zu reagieren – vor allem, wenn es ein Onlinekauf ist.

Verkaufsgespräch für eine Bohrmaschine
Im Geschäft gelten andere Gewährleistungen als im Onlinehandel. Im Laden gilt beispielsweise das Widerrufsrecht von zwei Wochen nicht. -

Nach der Vorfreude auf ein neu erstandenes Gerät kann schnell die Ernüchterung kommen. Und zwar dann, wenn beispielsweise die neue Elektronik für den Handwerksbetrieb einfach nicht funktionieren will. Gut, dass es Gewährleistung und Garantie gibt. Aber wie setzt man die durch?

Recht auf Reparatur

"Im ersten halben Jahr nach dem Kauf ist die Lage für den Verbraucher sehr komfortabel", betont Michael Sittig von Stiftung Warentest. In dieser Zeit wird angenommen, dass ein Defekt von Anfang an vorhanden war – ausgenommen sind vom Nutzer selbst verursachte Schäden. Ob im Laden gekauft oder nach Hause geliefert: Der Anspruch auf Reparatur oder ein Ersatzgerät gilt. Der Umtausch gegen ein neues Gerät ist aber nicht der Normalfall. "Je teurer das Gerät, umso eher muss sich der Kunde auf Reparaturversuche einlassen", meint Sittig. Denn der Händler hat das Recht, nachzubessern. So auch im Fall der Lautsprecher. Sie gehen per Postpaket zurück zum Händler nach Düsseldorf.

Damit der Schaden für den Händler nachvollziehbar ist, sollte der Käufer ihn so gut es geht beschreiben, rät Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sichtbare Schäden kann der Käufer fotografieren, bei Fehlern wie der nicht funktionieren Bohrmaschine macht sich ein mit dem Smartphone gefilmtes Video besser. Das hilft nicht nur dem Händler und den Servicetechnikern: Im Streitfall hat der Käufer etwas in der Hand.

Umtausch erst nach dem zweiten Mal

Drei Wochen später ist die Bohrmaschine wieder da – immer noch defekt. Für einen Frust-Umtausch reicht das aber noch nicht aus. "Der Händler hat zwei Möglichkeiten, nachzubessern", erklärt Gollner. Für die Rücksendung oder Reklamation im Geschäft rät er, eine Frist zu setzen. "Zwei Wochen Reparaturzeit sind in der Regel angemessen." Erst wenn der Mangel auch beim zweiten Mal nicht behoben wird, ist der Weg für den Umtausch frei. "Dann haben Sie das Recht, vom Kaufvertrag zurückzutreten."

Das erklärt der Käufer am besten auch schriftlich und verlangt gleichzeitig das bereits gezahlte Geld zurück. Ein Tipp: Besonders wertvolle Ware gegebenenfalls erst zurückschicken, nachdem das Geld eingegangen ist. Im Streitfall kann die einbehaltene Ware ein gutes Argument sein. "Wenn der Verkäufer nicht reagiert, muss der Anwalt eingeschaltet werden", meint Sittig.

Sonderregelung bei Onlinekäufen

Anders sieht es aus, wenn man die Ware online bestellt hat. "Dann hat man 14 Tage Widerrufsrecht ab Erhalt der Ware", stellt Sittig klar. Im Gegensatz zum Ladenkauf spielt es keine Rolle, ob das Gerät nicht funktioniert oder einem nicht gefällt. Außerdem kann der Käufer Dinge so besser auszuprobieren, sagt Gollner. Man hat das Recht auf eine Funktionsprüfung – im Geschäft oft eine schwierige Sache. Dennoch rät der Verbraucherschützer nicht generell zum Onlinekauf. "Die Beratung im Geschäft ist besser." Wer keine Beratung brauche, könne aber genauso gut im Netz bestellen.

Bei allen Ärger über defekte Neuware. In der Regel ist es besser, der Schaden tritt am Anfang auf, als später. "Ab dem siebten Monat wird es eklig", erklärt Sittig etwas überspitzt. Dann kehrt sich die Beweislast um, und plötzlich muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel nicht selbstverschuldet ist. "Das ist gerade bei technischen Geräten problematisch", konstatiert Sittig. Den Nachweis könne der Nutzer häufig nur mit Hilfe von Gutachtern erbringen. Die lohnen sich aber meist nur bei teurer Ware. dhz/dpa

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