Überlastung der Arbeitnehmer nimmt zu - Personal - deutsche handwerks zeitung

Personal - 17.08.2012

AOK: Fehlzeiten-Report 2012

Überlastung der Arbeitnehmer nimmt zu

Ständige Erreichbarkeit, viele Überstunden, wechselnde Arbeitsorte und lange Anfahrtswege: Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt lässt immer mehr Arbeitnehmer an ihre psychischen Belastbarkeitsgrenzen stoßen. In vielen Handwerksberufen kommt die harte körperliche Arbeit oft noch erschwerend hinzu.

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Jobunsicherheit, Stress und Termindruck bringen immer mehr Arbeitnehmer an ihre Belastungsgrenzen.

Seit 1994 nahm die Zahl der psychischen Erkrankungen um insgesamt 120 Prozent zu, wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten "Fehlzeiten-Report 2012" des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht.

Der Untersuchung zufolge erhält mehr als jeder dritte Erwerbstätige häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit (33,8 Prozent) oder leistet Überstunden (32,3 Prozent). Auch Arbeit mit nach Hause zu nehmen (12,0 Prozent) oder an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten (10,6 Prozent), stellt kein Randphänomen mehr dar.

2,7 Millionen Fehltage wegen Burnout

Das macht sich bei den Fehlzeiten bemerkbar: 2011 waren Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen mit im Schnitt 22,5 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie andere Erkrankungen mit durchschnittlich elf Tagen je Fall.

Immer häufiger lautet die Diagnose "Burnout". Dem "Fehlzeiten-Report" zufolge waren 2011 bezogen auf die mehr als 34 Millionen gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten in Deutschland mehr als 130.000 Menschen wegen eines Burnouts krankgeschrieben. Das führte zu insgesamt 2,7 Millionen Fehltagen.

Insgesamt ist der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und lag 2011 bei 4,7 Prozent. Im Durchschnitt dauerte eine Arbeitsunfähigkeit laut Untersuchung im vergangenen Jahr 11,0 Tage.

Dabei hat sich der Krankenstand auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau eingependelt. Die meisten der 140 Millionen Krankheitstage entfielen auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (23,1 Prozent). Darauf folgen Atemwegserkrankungen (12,4 Prozent), akute Verletzungen (12,3 Prozent) und psychische Erkrankungen (9,6 Prozent).

Hohe Fehlzeiten am Bau

Die Fehlzeiten unterscheiden sich deutlich nach Branchen und Tätigkeiten. 2011 wurde in vielen Branchen ein Anstieg des Krankenstandes festgestellt. Der höchste Krankenstand war in der Branche „Energie, Wasser, Entsorgung und Bergbau“ mit 5,6 Prozent zu finden. Ebenfalls hohe Krankenstände verzeichnete das Baugewerbe (4,9 Prozent).

Die Berufsgruppen mit den meisten Ausfalltagen waren im Jahr 2011 vor allem in körperlich stark beanspruchenden Berufen zu finden.

Der Fehlzeiten-Report berichtet seit 1999 jährlich auch über die allgemeine Krankenstandsentwicklung. Grundlage der Untersuchungen sind die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen von 10,8 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern. Den gesamten Report und weitere Tipps zur betrieblichen Gesunsheitsförderung finden Sie auf der Webseite der AOK. dapd/rh

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