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Schweigen ist Silber, reden ist Gold Tipps für den perfekten Smalltalk

Jeder kennt das: Unangenehmes Schweigen, wenn eigentlich Smalltalk angesagt wäre. Dabei ist es ganz einfach, ein unverbindliches Gespräch zu beginnen. Die wichtigsten Tipps für den perfekten Smalltalk.

Smalltalk: Er gehört zum Alltag, ist aber von vielen gefürchtet. Gerade in Geschäftsbeziehungen ist er enorm wichtig. Wenn ein Kunde zwischen mehreren Anbietern wählen kann, zählt das Auftreten jedes einzelnen Mitarbeiters. "Smalltalk ist prädestiniert dafür, zu seinen Kunden eine gute Beziehung aufzubauen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen", sagt Carolin Lüdemann, Karriere-Beraterin und Mitglied im Deutschen Knigge-Rat. Und das "kleine Gespräch" kann so einfach sein.

Zwar ist Smalltalk alternativlos. Man muss miteinander sprechen. "Doch die Messlatte liegt nicht hoch. Jeder ist froh, wenn der andere das Gespräch eröffnet", erläutert Lüdemann. Denn 80 Prozent der Menschen fürchteten sich vor Smalltalk. Wem nichts anderes einfällt, kann zur Not auch über das Wetter sprechen. Denn hier gilt: Schweigen ist Silber, reden ist Gold.

Das richtige Thema für Smalltalk finden

"Ein klassischer Fehler ist es, sich beim Gesprächseinstieg zu sehr an Floskeln zu halten", warnt die Beraterin jedoch. Viele fragten: "Wie geht’s?", dann lautet die Antwort meist: "Danke, gut." - und das Gespräch ist beendet. Eine kleine Ergänzung, wie: "Wie geht es Ihnen bei diesem schönen Wetter?", reicht aber meist schon auf, um ein weiteres Thema für die Unterhaltung zu eröffnen. Gerade im Umgang mit Kunden sollte man einfach etwas erzählen, rät die Kommunikationsberaterin. Zum Beispiel über die Gegend. "Es geht darum, den Mund aufzumachen."

Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, gilt es, positive Themen für den Smalltalk zu wählen. Über die Fahrt oder die Parkplatzsuche zu schimpfen, hinterlässt beim Kunden möglicherweise einen schlechten Eindruck. Tabu für den Gesprächseinstieg sind zudem streitbare Themen, wie Krankheit, Politik und Religion.

Komplimente machen, auf die Körpersprache achten

Komplimente hingegen kommen immer gut an. Besser als ein Kompliment über den Gesprächspartner, ist es jedoch, Dinge in der Umgebung zu loben. Ein klassisches Beispiel: "Sie haben einen sehr schönen Garten." Das lenkt die Unterhaltung auf etwas, über das der Gesprächspartner auf jeden Fall etwas sagen kann.

Auch durch die Körpersprache lässt sich gleich eine gute Atmosphäre schaffen. Ein Lächeln und Blickkontakt beim Hereinkommen signalisieren dem Gegenüber Interesse. Und dann einfach loslegen. Denn je länger man nichts sagt, desto unangenehmer wird die Situation und desto schwieriger wird es, das richtige Gesprächsthema zu finden.

Persönliches ist erlaubt

"Man darf beim Smalltalk erstaunlich persönlich sein", sagt Lüdemann. Gerade wenn sich Handwerker in den Privaträumen der Kunden bewegen, passt es, etwas von sich selbst preiszugeben. Denn die Gesprächspartner sollen gleichwertig sein. "Sieht man, dass der Kunde einen Hund hat, sollte man unbedingt vom eigenen Hund erzählen. Hat der Kunde Kinder, sind auch Kinder immer ein gutes Gesprächsthema", erläutert die Knigge-Expertin. Wenn man etwas über sich selbst erzähle, bringe das Sympathiepunkte. Doch auch dabei gilt: Persönliche Probleme sollten außen vor bleiben.

Ist das Gegenüber sehr wortkarg und es kommt keine richtige Konversation zustande, sollte man sich aber nicht zwanghaft bemühen, das Gespräch aufrecht zu erhalten. Dann heißt es: "So schnell wie möglich raus aus der Nummer und auf das eigentliche Thema umschwenken", rät Lüdemann.

Geschickt das Gespräch beenden

Grundsätzlich sollte das Gleichgewicht während des Gespräches gewahrt werden – beide sollten etwa gleich viel reden. Spricht der Kunde gerne über sich, sollten Handwerker ihn aber reden lassen. "Je mehr Kunden über sich sprechen durften, desto positiver bleibt ihnen das Gespräch in Erinnerung", sagt Lüdemann.

Will der Gesprächspartner gar nicht mehr aufhören zu erzählen, heißt es, ihn unauffällig zu unterbrechen. "Man sollte eine Pause nutzen, um ganz bewusst ein Signal zu setzen", erläutert Lüdemann. Das Smalltalk-Thema sollte im Großen und Ganzen abgeschlossen sein, nach zwei bis drei Sätzen könne man schließlich auf das eigentliche Thema umleiten. Wer mit einem Augenzwinkern sagt: "Ich sollte langsam mal mit der Arbeit beginnen", dem ist kein Kunde böse.

Auf Smalltalk vorbereiten

Wer sich noch auf einer Stufe vorher befindet und erst einmal den Kontakt zu einem potenziellen Geschäftspartner sichern möchte, sollte ihm etwas anbieten, das Vorteile verspricht. Denkbar wäre beispielsweise das Angebot, Infomaterial zuzuschicken. "Es ist gar nicht unbedingt nötig, die eigene Visitenkarte zu hinterlassen, denn es ist nicht sicher, dass sich der Gesprächspartner wirklich meldet", sagt Lüdemann. Ein galanter Gesprächsausstieg hinterlässt ein gutes Gefühl: "Ich würde mich gerne weiter mit Ihnen unterhalten, aber ich habe noch einen Termin."

Üben lässt sich Smalltalk nur im echten Leben. Doch man kann sich auf Situationen vorbereiten: Sich etwa auf dem Weg zum Kunden die Umgebung ganz genau anzusehen, oder den Wochentag als Einstieg nützen. Für einen erfolgreichen Smalltalk gibt es aber vor allem eine Grundregel: Dem Gesprächspartner Anknüpfungspunkte bieten.

Acht Smalltalk-Tipps im Überblick

  • Auf die Situation vorbereiten;
  • nicht zu sehr an Floskeln festhalten;
  • ein positives Thema finden;
  • Persönliches ist erlaubt;
  • Probleme, strittige Themen wie Religion und Politik sind tabu;
  • Gleichgewicht während des Gespräches wahren;
  • Gespräch galant beenden;
  • dem Kunden im Gespräch Anknüpfungspunkte bieten.

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