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Steuer aktuell Strengere Steuerregeln für die Registrierkasse

Handwerksbetriebe, die eine Registrierkasse verwenden, sollten sich auf neue Steuerregeln gefasst machen. Um Manipulationen zu verhindern, sollen elektronische Aufzeichnungen und eine unangekündigte Kassen-Nachschau des Finanzamts eingeführt werden.

Der Einsatz von Registrierkassen bereitet der Finanzverwaltung schon immer Bauchschmerzen. Das liegt daran, dass Registrierkassen durch verschiedene Speicher und Eingabevarianten sehr anfällig für Manipulationen sind und dem Finanzamt dadurch Jahr für Jahr Milliarden an Steuern verloren gehen. Neue Steuerregeln, die in zwei Referentenentwürfen zu finden sind, sollen Manipulationen an Registrierkassen künftig verhindern.

Nach dem Referentenentwurf zum "Gesetz zum Schutz von Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen" und dem Referentenentwurf einer "Technischen Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen", die das Bundesfinanzministerium am 18. März 2016 veröffentlicht hat, sind insbesondere folgende Maßnahmen geplant:

1. Technische Sicherheitseinrichtung in einem elektronischen Aufzeichnungssystem

Elektronische Aufzeichnungen sind durch eine technische Sicherheitseinrichtung zu schützen. Die elektronischen Grundaufzeichnungen sind einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht, geordnet und unveränderbar aufzuzeichnen und müssen auf einem Speichermedium gesichert und verfügbar gehalten werden.

2. Einführung einer Kassen-Nachschau

Das Finanzamt soll wie bei der Umsatzsteuer- und Lohnsteuer-Nachschau auch für die Kassenführung die Möglichkeit bekommen, unangekündigt vor der Türe zu stehen und eine Kassen-Nachschau durchzuführen. Bisher werden kleine Betriebe im Schnitt nur alle 50 Jahre geprüft. Durch die Kassen-Nachschau werden auch solche Unternehmen regelmäßig Besuch vom Finanzamt bekommen.

3. Sanktionen bis zu 25.000 Euro denkbar

Werden Verstöße gegen die neuen Aufzeichnungsbestimmungen entdeckt, drohen empfindliche Sanktionen wie Zuschätzungen zum Gewinn und zum Umsatz. Zudem kann das Finanzamt für Ordnungswidrigkeiten ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro verhängen.

Muss ich eine Registrierkasse führen?

Es besteht keine Verpflichtung für Betriebe, eine elektronische Registrierkasse zu führen. Wer jedoch eine Registrierkasse führt, muss die Vorschriften zur Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und speziell zur Kassenführung, die hieran geknüpft sind, beachten. Nutzen Sie keine elektronische Registrierkasse, müssen Sie bei hohen Bargeldumsätzen mit einer kritischen Prüfung des Finanzamts rechnen. Denn auch bei einer offenen Ladenkasse (= Schublade) müssen Sie Aufzeichnungen führen, die den Vorschriften der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung entsprechen. Ohne elektronische Registrierkasse kommt es bei Ungereimtheiten schneller zu Zuschätzungen zum Gewinn und Umsatz als bei Nutzung einer elektronischen Regisitrierkasse.

Tipp: Alle Einzeldaten sind in elektronischer Form aufzubewahren und müssen den Vorschriften (GDPdU) entsprechen. Wenn das Kassensystem dies nicht gewährleisten kann, so ist es auszutauschen. Ein Austausch ist spätestens zum 31. Dezember 2016 zwingend vorzunehmen (BMF 26.11.2010, IV A 4 - S 0316/08/10004-07). Sind Sie vom Austausch Ihrer Kasse zum 1. Januar 2017 betroffen, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Steuerberater. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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