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Steuer aktuell Steuervorteile bei Verlusten aus verfallenen Optionsscheinen

Kauft sich ein Handwerker privat Optionsscheine und diese verfallen, verweigern die Finanzämter bislang die steuerliche Anerkennung dieser Verluste. Doch der Bundefinanzhof hat nun in drei Urteilen entschieden, dass die Auffassung des Finanzamts falsch ist.

Typischer Fall aus der Praxis:

Ein Privatanleger erwarb 2015 Aktien- und Indexoptionen. Der Kurs der Wertpapiere und der Aktienindizes entwickelte sich nicht wie erwartet. Die Optionen verfielen und mussten am Ende der Laufzeit als wertlos aus dem Wertpapierdepot des Anlegers ausgebucht worden. Der Anleger erlitt hierdurch Verluste von 5.000 Euro.

Folge: Die Bank bescheinigte keine Verluste und auch die Finanzämter ließen die Verluste nicht zur Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen zu.

Drei Urteile des Bundesfinanzhofs geben Sparern Recht

Die Richter des Bundesfinanzhofs entschieden jedoch, dass optionsbedingte Verluste bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG zu berücksichtigen sind. Der Wertverlust darf mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen (Zinsen 0der Dividenden) steuersparend verrechnet werden (BFH, Urteile v. 12.1.2016, Az. IX R 48/14, IX R 49/14 und XI R 50/14; veröffentlicht am 2.3.2016).

Tipp: Haben Sie 2015 also Verluste aus Optionsgeschäfte erzielt, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Informieren Sie Ihre Bank über diese Urteile und beantragen Sie eine Steuerbescheinigung, in der diese Verluste ausgewiesen werden.
  • Bitten Sie die Bank, diese steuerwirksamen Verluste auf künftige oder bereits erfolgte Kapitalerträge anzurechnen.
  • Erzielten Sie bei der Bank keine weiteren Kapitalerträge und sind auch in Zukunft bei dieser Bank keine Kapitalerträge in Sicht, sollten Sie aufgrund der Urteile beim Finanzamt bei Abgabe der Einkommensteuererklärung 2015 beantragen, diese Verluste mit Kapitalerträgen bei anderen Banken zu verrechnen.
Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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