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Steuertipp Steuersparurteile für die Steuererklärung 2016 nutzen

Sitzen Sie gerade an der Einkommensteuererklärung 2016, könnten Sie die beiden folgenden Urteile eventuell interessieren. Sollte der Finanzbeamte diese Urteile noch nicht kennen, müssen Sie gegen nachteilige Steuerbescheide Einspruch einlegen und dem Sachbearbeiter die Aktenzeichen dieser Urteile nennen.

Abschreibung trotz mittelbarer Grundstücksschenkung

Schenken Ihnen Ihre Eltern Geld, damit Sie sich davon eine ganz bestimmte Wohnung kaufen können, liegt eine mittelbare Grundstücksschenkung vor. Wird die Wohnung später vermietet, verweigert das Finanzamt einen Werbungskostenabzug für die Gebäudeabschreibung, da ja kein einziger Cent zum Kaufpreis dieser Immobilie beigesteuert wurde.

Urteil: Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, dass der Beschenkte auch im Rahmen einer mittelbaren Grundstücksschenkung bei Vermietung der Immobilie die Gebäudeabschreibung (zwei Prozent der Gebäudeanschaffungskosten) steuersparend von den Mieteinnahmen abziehen darf (BFH, Urteil vom 04.10.2016, Az. IX R 26/15).

Verluste aus Kapitalanlagen clever verrechnen

Erzielen Sie Verluste aus Kapitalerträgen, die der Abgeltungsteuer unterliegen (z.B. Zahlung von Stückzinsen) und erzielen gleichzeitig Zinsen aus einem Privatdarlehen an eine nahestehende Person, die die Zinsen steuerlich absetzt, lässt das Finanzamt derzeit keine steuersparende Verrechnung der Verluste und Zinsen zu, da die Zinsen aus dem privaten Darlehen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern sind.

Urteil: Der Bundesfinanzhof erlaubt dagegen die Verrechnung von Verlusten aus Kapitalanlagen, die der Abgeltungsteuer unterliegen und Zinsen aus Privatdarlehen, die mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden (BFH, Urteil v. 30.11.2016, Az. VIII R 11/14). Voraussetzungen sind: Sie müssen eine Anlage KAP ausfüllen und die Günstigerprüfung beantragen und von der Bank für die Kapitalerträge, die der Abgeltungsteuer unterliegen, eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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