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Steuertipp Steuerrisiko beim Gesellschafter-Verrechnungskonto

Zahlt ein Gesellschafter-Geschäftsführer die eigenen Ausgaben vom Konto der GmbH, so sind diese auszugleichen. Bis dahin ist der Saldo des Verrechnungskontos zu verzinsen, sonst unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Sind Sie Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH und zahlen von Konten der GmbH eigene Ausgaben, wird das üblicherweise über ein Gesellschafter-Verrechnungskonto abgebildet. Das bedeutet, die GmbH hat Forderungen an Sie, die auszugleichen sind. Solange der Ausgleich dieser Forderung der GmbH nicht erfolgt, ist der Saldo des Verrechnungskontos zu verzinsen. Ohne Verzinsung unterstellt das Finanzamt steuerlich eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Im Urteilsfall fehlte Verzinsung des Gesellschafter-Verrechnungskontos

Diese steuerliche Vorgehensweise bestätigte nun das Finanzgericht München. In dem Streitfall summierte sich der Saldo des Gesellschafter-Verrechnungskontos im Laufe der Jahrzehnte auf 570.000 Euro. Eine Verzinsung zu Gunsten der GmbH erfolgte nicht. Doch auch der Gesellschafter hatte gegenüber der GmbH Darlehensforderungen in sechsstelliger Höhe. Er versuchte noch, die Feststellung einer verdeckten Gewinnausschüttung damit zu verhindern, indem er argumentierte, d ass er den Saldo des Verrechnungskontos durch Aufrechnung mit seiner Darlehensforderung hätte mindern können. Doch sowohl das Finanzamt als auch das Finanzgericht lehnten diese Argumentation ab (FG München, Urteil v. 25.4.2016, Az. 7 K 531/15). Der Gesellschafter-Geschäftsführer hatte mit der GmbH keine Aufrechnung vereinbart. Das wurde auch durch die Bilanzierung deutlich, bei der das Gesellschafter-Verrechnungskonto auf der Aktivseite der Bilanz und die Darlehensverbindlichkeit auf der Passivseite der GmbH-Bilanz buchhalterisch getrennt waren.

Versteuerte Einkommen der GmbH erhöht sich

Folge: Ohne Aufrechnungsvereinbarung und ohne Verzinsung der Gesellschafter-Verrechnungskontos liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. In Höhe der fremdüblichen Verzinsung erhöht sich dadurch das zu versteuernde Einkommen der GmbH nach § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG und der Gesellschafter muss in Höhe dieser verdeckten Gewinnausschüttung Kapitalerträge versteuern.

Steuertipp

Um eine verdeckte Gewinnausschüttung zu vermeiden, hat ein Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH mit einem Verrechnungskonto folgende Möglichkeiten:

  • Er vereinbart, dass Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen dem Gesellschafter-Geschäftsführer und der GmbH stets gegeneinander aufgerechnet werden.
  • Er vereinbart mit der GmbH die Verzinsung des Saldos des Gesellschafter-Verrechnungskontos. Die Höhe der Zinsen entsprechen dabei den Zinsen, die der Gesellschafter an die Bank zahlen müsste, hätte er sich das Geld für seine Ausgaben nicht von der GmbH, sondern von der Bank geliehen.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv. dhz

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