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Steuer aktuell Steuererklärung 2015: Werbungskostenabzug für Kapitalerträge?

Wie wird der Abzug von Werbungskosten für Kapitalerträge steuerlich behandelt? Was Handwerksbetriebe darüber wissen sollten, bevor sie die aktuelle Steuererklärung abgeben.

Haben Sie im Jahr 2015 Zinsen oder Dividenden erhalten, behält die Bank grundsätzlich die 25%ige Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ein und führt diese an das Finanzamt ab. Bei Abgabe der Einkommensteuererklärung 2015 können Sie in der Anlage KAP die Günstigerprüfung beantragen. Das bedeutet, dass ihre Kapitalerträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz und nicht mit der Abgeltungsteuer besteuert werden, wenn dieser unter 25% liegt. Doch wie sieht es mit dem Abzug von Werbungskosten aus?

Grundsätze zur Besteuerung von Kapitalerträgen

Bei Kapitalerträgen, egal ob diese der Abgeltungsteuer oder dem niedrigeren Einkommensteuersatz unterliegen, ist der Abzug von Werbungskosten verboten. Das werden Sie auch bemerken, wenn Sie in der Anlage KAP zur Einkommensteuererklärung 2015 nach einer Zeile suchen, in die Sie die Werbungskosten zu Ihren Kapitalerträgen (z.B. Depotgebühren, Beratungskosten) eintragen können. Es gibt keine Zeile für Werbungskosten. Der Werbungskostenabzug ist seit 2009 durch den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro/1.602 Euro (Ledige/zusammenveranlagte Eheleute) abgegolten.

Werbungskostenabzugsverbot gilt auch für Alt-Kapitalanlagen

Diese Grundsätze zum Abzugsverbot für Werbungskosten seit Einführung der Abgeltungsteuer gelten leider auch, wenn es sich bei den Kapitalerträgen um Erträge aus Alt-Kapitalanlagen handelt. Mit Alt-Kapitalanlagen sind solche Anlagen gemeint, die vor dem 1. Januar 2009 bereits erworben wurden.

Beispiel: Sie haben im Jahr 2008 ein Aktienpaket gekauft. Strittig waren die von einem Berater in Rechnung gestellten Beratungskosten für diesen Kauf. Dar Fall landete vor Gericht. Im Jahr 2015 schlossen Sie mit dem Berater einen Vergleich und zahlten ihm einen Betrag von 3.000 Euro. Folge: Diese 3.000 Euro sind Werbungskosten und dürfen seit 2009 nicht mehr abgezogen werden. Dass ein Zusammenhang dieser Werbungskosten mit Kapitalanlagen besteht, die vor 2009 (also vor Einführung der Abgeltungsteuer) erworben wurden, ändert an dem Abzugsverbot für die Werbungskosten nichts (BFH, Urteil v. 9.6.2015, Az. VIII R 12/14; veröffentlicht am 10.2.2016).

Tipp: Haben Sie weitere Fragen rund um das Thema Abgeltungsteuer, können Sie auf ein neues Infoschreiben des Bundesfinanzministeriums zurückgreifen. Auf 120 Seiten beantworten die Berliner Beamten die häufigsten Fragen rund um das Thema Abgeltungsteuer. Ausführliche Informationen finden Sie auch zum Abzugsverbot für Werbungskosten auf Kapitalerträge seit Einführung der Abgeltungsteuer (BMF, Schreiben v. 18.1.2016, Az. IV C 1 – S 2252/08/10004:017). dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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