Sparfuß hilft der Umwelt - Auto / Fuhrpark - deutsche handwerks zeitung

Auto / Fuhrpark - 01.01.2005

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Sparfuß hilft der Umwelt

Es geht längst nicht mehr nur um die Belastung des häuslichen Budgets. Da könnte man salopp sagen, wer schneller fahren will, muss mehr zahlen. Doch nicht nur weil Benzin immer teurer wird, ist ein Umdenken angesagt. Einige Tipps zum Spritsparen.

Foto: ddp

Viel wichtiger ist inzwischen der Umweltfaktor. Das zeigt die Diskussion um die Kohlendioxidemissionen. "Praktische Tests haben ergeben, dass durch verändertes Fahrverhalten beim Spritverbrauch ein allgemeines Einsparpotenzial von 25 Prozent ohne spürbare Einschränkungen der Fahrfreude möglich ist", sagt Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Und wer Sprit spart, reduziert die Umweltbelastung.

Mehr als jede ausgefeilte Technik hat der Autofahrer den entscheidenden Einfluss auf seine Tank- und Ökobilanz. Der Umwelt und dem Portemonnaie beispielsweise hilft es, den Motor nicht im Stand warmlaufen zu lassen, sondern gleich loszufahren. Beim Anfahren sollte man das Gaspedal weit durchtreten und frühzeitig in den nächst­höheren Gang wechseln. Je höher der eingelegte Gang, desto niedriger ist der Kraftstoffverbrauch. Gleichzeitig senkt man mit dieser Fahrweise den Geräuschpegel und erfreut somit die Anwohner. Wenn sich unruhiger Lauf des Motors oder Ruckeln im Antrieb bemerkbar machen, sollte man zurückschalten. Dann erst fährt man untertourig.

Ökonomisch mit Vorausschau

Zu einem ökonomischen Fahrstil gehört zudem Vorausschau. Zur optimalen Nutzung der Bewegungsenergie bei Kraftfahrzeugen sollte man vor Hindernissen frühzeitig vom Gas gehen und das Fahrzeug mit eingelegtem Gang und eingekuppelt ausrollen lassen. So wird kein Sprit in den Zylinder eingespritzt (Schubabschaltung – Kraftstoffzufuhr gleich null). Erst kurz vor dem Halten sollte man auskuppeln. Durch defensives Fahren und genügend Abstand werden Ungleichmäßigkeiten im Straßenverkehr ausgeglichen und spritfressende Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermieden. Vor geschlossenen Bahnschranken, an Ampeln mit langer Schaltung und im Stau lohnt es sich, den Motor abzustellen. Schon bei Wartezeiten ab einer Minute kann man Sprit und damit Kosten sparen.

Jedes Kilogramm Mehrgewicht im Auto schluckt Sprit. Ein regelmäßiger Kofferraumcheck und dessen Entrümpelung verhindern, dass unnötige Lasten durch die Gegend transportiert werden. Spätestens zu Ostern gehört keine Winterausrüstung mehr ins Auto. Fahrrad- oder Skigepäckträger steigern – auch unbeladen – den Luftwiderstand und erhöhen somit den Spritverbrauch.

Ein Mittelklassewagen verbraucht bei mittlerem Tempo mit Ski-Dachträger bis zu einem, mit Fahrrädern auf dem Dach sogar bis zu fünf Liter mehr Sprit auf 100 km. Bei jeder zweiten Tankfüllung sollte man den Reifendruck prüfen. Er sollte 0,2 bar über dem zugelassenen Wert für ein vollbeladenes Fahrzeug liegen. Zu niedriger Reifenfülldruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Spritverbrauch und gefährdet obendrein die Sicherheit.

Norbert Michulsky/ddp

 
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