Konjunktur -

Konjunktur Sommerflaute im Mittelstand

In Teilen des Mittelstands war das Geschäft im Sommer durchwachsen. Die generelle Zuversicht trübt es dennoch nicht.

Der deutsche Mittelstand lässt sich auch durch einen durchwachsenen Sommer die Laune nicht verderben. Die Geschäftserwartungen der Mittelständler legen weiter zu und erreichen den höchsten Wert des laufenden Jahres. "In Anbetracht der gestiegenen Unsicherheiten auf der außenwirtschaftlichen Seite insbesondere in Folge des Brexit-Votums ist das ein beruhigendes Signal", kommentiere die KfW-Bankengruppe den aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer. Es zeige, dass die deutsche Konjunktur angesichts der relativen starken Orientierung der kleinen und mittleren Unternehmen auf den heimischen Markt weiterhin auf die Binnennachfrage setzen kann.

Handel und verarbeitendes Gewerbe mit durchwachsenem Sommer

Dass sich das Geschäftsklima im Mittelstand im August dennoch eintrübte, hängt nach Angaben der KfW ausschließlich an der schlechteren Bewertung der laufenden Geschäfte. Dies gelte insbesondere für das verarbeitende Gewerbe und den Handel, wo sich der mittlerweile beigelegte VW-Zulieferstreit und das schlechte Wetter bemerkbar gemacht hätten. Insgesamt sei das Geschäftsklima – inklusive Lagebeurteilung und künftige Erwartungen – im August deshalb um 2,5 Zähler auf 14,0 Saldenpunkte zurückgegangen. Die Geschäftserwartungen allein hätten dagegen um 0,4 Zähler auf 6,1 Saldenpunkte zugenommen.

Unternehmen wollen weiter mehr Stellen schaffen

Die international tägigen Großunternehmen können sich dagegen – bis auf die Baubranche – weniger von den externen Belastungen abkoppeln. Das Geschäftsklima verschlechtert sich hier um 4,1 Zähler auf 8,0 Saldenpunkte. In großen wie mittelständischen Bauunternehmen bleibt die Stimmung dagegen sehr gut. Insgesamt wollen Unternehmen deshalb weiter Beschäftigung aufzubauen

Konsum und Wohnungsbau stabilisieren weiter Konjunktur

Auch dieser anhaltende Beschäftigungsaufbau deutet nach Einschätzung der KfW auf einen weiterhin positiven Konjunkturverlauf hin. "Es gibt keinen Anlass von unserer recht zuversichtlichen Konjunkturprognose für 2016 und 2017 abzuweichen", sagte KfW-Chef-Volkswirt Jörg Zeuner. Zwar werde der Brexit die Unternehmensinvestitionen und den Export wohl mindestens in der zweiten Jahreshälfte 2016 dämpfen. "Der anhaltende Beschäftigungsaufbau, der steigende Konsum und die Wohnungsbauten bleiben jedoch verlässliche Stützen der Konjunktur", sagte er. Insgesamt werde die Wirtschaft 2016 voraussichtlich um 1,8 Prozent und 2017 um 1,3 Prozent wachsen, wobei das langsamere Wachstum 2017 vor allem weniger Arbeitstage zurückzuführen sei. bir

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