Die Solarförderung ist nicht für ewig. Es wird nun Zeit für klare Pläne, damit sich der Markt der Solarwirtschaft selbst trägt und die Solarenergie bezahlbar bleibt. - Von Burkhard Riering
Alle Argumente sind ausgetauscht und allseits bekannt. So weit, so gut. Doch zwischen Befürwortern und Skeptikern der Photovoltaik-Förderung scheint Konsens kein vorrangiges Ziel zu sein. Ideologisch und kämpferisch wurde lange die Debatte über die Solarzukunft geführt, und jede Seite hat stets die Studien und Zahlen parat, die ihr in den Kram passen.
Die Frage danach, wer "Recht" hat, lässt sich aber so nicht beantworten. Daher hier fünf grundlegende Aussagen, als Versuch eines Kompromissvorschlags:
Auch der Versuch, die EEG-Umlage nicht weiter anschwellen zu lassen, ist notwendig. Die EEG-Umlage muss von jedem Verbraucher bezahlt werden. Zwar gibt es ganz andere ärgerliche Kostentreiber im Strommarkt, die Konzerne und der Staat tun das ihrige dazu. Doch ist es eigentlich gerecht, wenn Geringverdiener und Rentner mit kleinem Geldbeutel zusätzlich zur Kasse gebeten werden, weil Eigenheimbesitzer in großem Stil Solarzubau betreiben? Der Gesetzgeber jedenfalls wollte es so.
Vollständig verschlafen wurde aber noch etwas ganz anderes: Neue Technologien zu entwickeln, die den Strom aus Sonnenstrahlen speichern können. Denn erst dann wird diese Energiequelle effizient und kann zum Eigenverbrauch herangezogen werden. Eigennutzung würde das volle Stromnetz entlasten und die Rechnung des Stromverauchers.
Unser Strom muss fließen, egal ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet. Sonst wird die Solarenergie nicht ernst genommen. Daher braucht es Innovationen, daher bietet die Solarbranche noch Entwicklungspotenzial.
Hier sollten Bundesregierung und Industrie ansetzen: Solarenergie wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger zu machen. Denn die Förderungen sind endlich, das steht zumindest fest.
Kopf der Woche
Der CDU-Politiker Peter Altmaier ist diese Woche als neuer Bundesumweltminister vereidigt worden. Der 53-Jährige ist siebter Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - ihn erwarten komplexe Aufgaben mit mehreren Unbekannten.