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Autotest: Fiat Doblo Cargo Doblo Cargo besticht mit großem Ladevolumen

Der Fiat Doblo Cargo im neuen Gewand überzeugt nicht nur stilistisch. Er bietet auch gute Detaillösungen und qualitativ hochwertige Anmutung am Fahrerplatz.

Fiat Doblo Cargo im Praxischeck
In Form und Linien unverwechselbar: Der neue Fiat Doblo. -
So bewertet die DHZ den Fiat Doblo Cargo
positiv negativ
Preis-/Leistungsverhältnis
Antriebsstrang
Platzangebot/Fahrkomfort
Anfahren
Laderaumschutz

Die Neuauflage des Doblo war für Fiat Professional auch ein wichtiger Schritt in Richtung Ausweitung des Programms. Den Doblo gibt es jetzt auch bei uns in den Nutzfahrzeugvarianten Kastenwagen, Kombi und Plattformfahrgestell. Letzteres ermöglicht nicht nur noch höhere Laderäume als mit dem Kastenwagen-Hochdach (+ 25 cm), sondern auch kubische Laderäume mit senkrechten Wänden – ideal zum Beispiel für den Transport von Möbeln oder Paketen.

Fiat Doblo Work up
© Fiat

Auch der neue Eintonner-Pick-Up "Work Up" basiert auf diesem Fahrgestell. Beim Kastenwagen erlauben die zwei Radstände Ladelängen von 1,82 und 2,17 m. Mit gut 1,8 m Außenbreite ist der Doblo Spitzenreiter im Segment, für innen bedeutet das: im Laderaum sind es 1,52 m am Boden, 1,71 m auf Höhe der Gürtellinie und 1,23 m zwischen den Radkästen. Das sind Werte, an die mancher ausgewachsene Dreitonnen-Transporter nicht herankommt.

Bei den Motoren ist Fiat ebenfalls breit aufgestellt: Gleich drei Diesel mit der unterschiedlichen Hubräumen (1,3, 1,6 und 2,0 Liter) sorgen für ein Leistungsangebot von 90, 105 und 135 PS (66, 77 und 99 kW). Ergänzt werden sie von einem 1,4-Liter-Benziner mit 77 kW/95 PS. Dieser Motor ist zugleich die Basis für das Erdgas-Angebot "Natural Power", das Fiat in vielen Jahren Feinschliff zu hoher Reife entwickelt hat.

Doblo Cargo mit Start-/Stop-Automatik

Unser Testwagen war mit dem 1,6-Liter-JTD bestückt, kombiniert mit der serienmäßigen Start-/Stop-Automatik. Mit seinen 105 PS erwies sich der Doblo sogar als sehr brauchbarer Reisewagen, was die erzielbaren Langstreckenschnitte angeht. Die Verbrauchwerte pegeln sich bei Autobahngeschwindigkeiten um 120 km/h zwischen 7,1 und 7,6 l/100 km ein. Wer den Doblo verhalten bewegt, kann Werte weit darunter erzielen. Eine echte Sparbüchse ist auf jeden Fall der kleinere 1,3 Liter Multijet-Motor. Für den Nahverkehr reichen seine 95 PS allemal für flottes Fortkommen.

Fiat Doblo Cargo im Praxischeck

Die Start-/Stop-Automatik funktioniert sehr gut, sieht man einmal von einer gewissen Anfahrschwäche unseres Testwagens ab. Gelegentliches Abwürgen beim Anfahren kompensiert aber die Start-/Stop-Anlage: erneutes Kuppeln führt nämlich zum sofortigen Wiederanspringen der Maschine. Den Zündschlüssel muss man da gar nicht bemühen. Start-/Stop lohnt sich freilich nur bei Einsätzen in der Stadt mit häufigen Ampelstops. Dann sind bis zu zehn Prozent (Fiat gibt bis zu 15 Prozent an) Spritersparnis drin.

Schneller Umbau zum Langmaterial-Transporter

Fiat Doblo Cargo
© Domina

Ein Extra, auf das der Handwerker mit Langgut-Materialien nicht verzichten sollte, ist der faltbare Beifahrersitz in Verbindung mit der schwenkbaren Gitter-Trennwand. Im Gesamteindruck mag der Doblo mit diesem offenen Laderaum lauter sein, als die Serien-Doblos mit geschlossener Trennwand. Der Vorteil ist jedoch die Erweiterung der Ladelänge um 1,20 m. Damit lassen sich bereits beim kurzen Radstand 3 m maximale Ladelänge realisieren, beim langen Radstand gar 3,40 m.

Der Umbau vom Zweisitzer zum Langmaterial-Transporter ist schnell erledigt und klappt sogar, ohne die Kopfstütze entfernen zu müssen. Eine Einschränkung sei aber hier noch erwähnt: Ein vollwertiger Einzelsitz ist dieses Klappmöbel nicht. Der Sitz ist deutlich schmaler als der normale Beifahrersitz und eignet sich allenfalls für Kurzstrecken und einigermaßen schlanke Mitfahrer.

Die nach der Basisversion nächst höhere SX-Ausstattung ist ebenfalls eine Empfehlung: Das Armuternbrett mit der genarbten "Bubble"-Oberfläche ist etwas schmucker, dazu gibt es einen höhenverstellbaren Fahrersitz, ein abschließbares Handschuhfach und eine mit 180 Watt belastbare 12-Volt-Steckdose im Laderaum.

Nacktes Blech im Doblo-Laderaum

Hier hinten herrscht allerdings das nackte Blech: Boden, Wände, Dach – alles nackt bis auf zwei kleine Abdeckungen bis Höhe der Gürtellinie. Auf dem spiegelglatten Blechboden verlieren sich sechs schwächlich aussehende Draht-Zurrösen, die zerklüftete Seitenwand erschwert die Montage von Stäbchen-Zurrschienen oder Stangenhaltern.

Aber selbst als blecherner Kastenwagen verliert der Doblo kaum seine Pkw-artigen Fahreigenschaften: Lenkung, Handling, Sitz- und Geräuschkomfort stimmen, der Fahrerplatz ist mit kleinen und großen Ablagen, Becherhaltern und Dachablage absolut alltagstauglich. Sogar eine 12-Volt-Steckdose für Handy oder Laptop findet sich in der Mittelkonsole.

Fazit unseres Autotests

Der neue Doblo bietet viel Lieferwagen fürs Geld. Stellenweise sogar mit Pkw-Anmutung, auf jeden Fall aber mit sehr wirtschaftlichen Dieselmotoren. Und_ Auch optisch tat die Modellpflege gut: Der Doblo wirkt mit dem jetzt niedriger gezeichneten Dach deutlich gestreckter und weniger pummelig. Die Seitenlinie hat sogar eine gewisse Eleganz.

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