Betriebsprüfung -

Steuer aktuell: Investitionsabzugsbetrag So rechnen Handwerker das Ergebnis des Betriebsprüfers klein

Erfüllt ein Handwerksbetrieb die Voraussetzungen zum Abzug eines Investitionsabzugsbetrags nach § 7g Abs. 1 EStG, kann er die drohenden Steuernachzahlungen durch einen nachträglichen Investitionsabzugsbetrag kleinrechnen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Betriebsprüfung

Beim Investitionsabzugsbetrag darf ein Unternehmer für innerhalb der nächsten drei Jahre geplante Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen 40 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten als Betriebsausgaben abziehen. Voraussetzung für dieses Steuersparmodell:

  • Einnahmen-Überschussrechnung: Ermittelt ein Handwerker seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung, profitiert er vom Investitionsabzugsbetrag, wenn sein Gewinn vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags nicht mehr als 100.000 Euro beträgt.
  • Bilanzierung: Bei einem Bilanzierenden Unternehmer darf der Wert des Betriebsvermögens zum Bilanzstichtag nicht mehr als 235.000 Euro betragen.

So gehen Sie bei Betriebsprüfungen vor

Erfüllt ein Handwerker die Voraussetzungen für den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags, kann er diesen Abzug nachträglich im Rahmen einer Betriebsprüfung beantragen und somit die drohenden Steuernachzahlungen aufgrund der Betriebsprüfung kleinrechnen (FG Niedersachsen, Urteil v. 18.12.2013, Az. 4 K 159/13).

Beispiel: Ein Betriebsprüfer stellt im Februar 2014 Steuernachzahlungen für das Prüfungsjahr 2010 in Höhe von 10.000 Euro fest. Der Handwerker erfüllt für 2010 die Voraussetzungen zum Abzug eines Investitionsabzugsbetrags. Deshalb beantragt er für den in 2010 geplanten Kauf einer Maschine mit einem Wert von 40.000 Euro den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags 2010 von 16.000 Euro (Kauf der Maschine in 2013), was zu einer Steuerentlastung von 6.500 Euro führt.

Folge: Unter dem Strich müssen nach der Betriebsprüfung also nur noch 3.500 Euro nachgezahlt werden.

Tipp: Da zu diesem Urteil die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen wurde, helfen gegen die Ablehnung des nachträglichen Abzugs des Investitionsabzugsbetrags nur ein Einspruch und mit Hinweis auf den Musterprozess (Aktenzeichen noch unbekannt) bis zur endgültigen Entscheidung ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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