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Kostenfallen im Mobilfunk Sieben Tricks von Telefonanbietern

Für einen festen Betrag im Monat kostenlos telefonieren, SMS schreiben und surfen: Das versprechen Mobilfunkanbieter mit Verträgen und Prepaid-Paketen. Nutzer kommen damit oft gut aus – sollten aber dennoch vor Kostenfallen auf der Hut sein.

Mobilfunkanbieter bieten oftmals Rund-um-Sorglos-Pakete: Freiminuten, Frei-SMS, Inklusiv-Volumen, entweder als Vertrag oder Prepaid-Paket ohne lange Laufzeitbindung. Doch vor Extrakosten ist der Kunde damit keineswegs sicher.

Wie Mobilfunkanbieter Kunden abzocken

Wer sich vor solchen Kostenfallen schützen möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Viele Anbieter verlangen zum Vertragsbeginn eine einmalige Anschlussgebühr. Die liegt nicht selten bei bis zu 30 Euro. Es gibt aber immer wieder Aktionen, bei denen Anbieter auf diese Gebühren verzichten.
  • Datenautomatik bewerben Anbieter als Komfort. Statt nach Verbrauch des vertraglichen Datenvolumens mit gedrosselter Geschwindigkeit bis zum Monatsende weiter zu surfen, buchen sie neues Volumen auf – gegen Gebühr. Diese ist im Verhältnis deutlich teurer als das gebuchte Monatsvolumen. "Das ist im Vertrag geregelt", erklärt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Anbieter informieren über eine Buchung, meist per SMS. Dann sollte der Kunde sofort widersprechen.
  • Mitunter passen Anbieter Tarife automatisch dem Verhalten ihrer Nutzer an. Wer beispielsweise dreimal in Folge sein monatliches Datenvolumen erschöpft hat, wird automatisch in den nächsthöheren Tarif mit mehr Megabyte-Ressourcen gebucht. "Sofern dass im Vertrag geregelt ist, ist das zulässig", erklärt Prof. Niko Härting, Rechtsanwalt und Mitglied im Informationsrechtsausschuss des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Da bleibt nur der Widerspruch beim Anbieter verbunden mit der Aufforderung, in die alte Tarifstufe zurückversetzt zu werden.
  • Selbst für die R echnung wollen einige Anbieter Geld und zwar dann, wenn sie diese ausgedruckt auf dem Postweg schicken müssen. "Das ist nicht zulässig", betont Rusch-Rodosthenous und verweist auf das BGH-Urteil (Az.: III ZR 32/14). Nur Anbieter, die ihre Produkte ausschließlich über das Internet anbieten, sind von dieser Entscheidung ausgenommen.
  • Ist die monatliche Vertragsrechnung plötzlich teurer, kann das an einem Abo-Abschluss liegen. Doch das Geld will in diesem Fall ein Drittanbieter. Vielen Menschen sind sich nicht bewusst, dass sie ein Abo abschließen. Nur einmal versehentlich auf ein Werbebanner geklickt, schon kann es passiert sein. Das Tückische: Die Drittanbieter lassen die Abo-Kosten über den Mobilfunkanbieter abbuchen. Schutz dagegen bietet nur eine Drittanbietersperre.
  • Viele Verträge und Prepaid-Angebote bieten eine bestimmte Anzahl an Freiminuten. Wenn die aufgebraucht sind, gelten die Standardpreise des Anbieters. Ein Blick in die Preisliste genügt, um den Minutenpreis nach Verbrauch der Freiminuten herauszufinden. Auch andere Kostenpunkte sind dort aufgelistet.
  • Bei häufigen Telefonaten ins Ausland sollte der Kunde vor Vertragsabschluss oder dem Kauf einer Prepaid-Karte ebenfalls die Preisliste studieren und schauen, wo sich die einzelnen Länder einsortieren. Während die Anrufpreise ins EU-Ausland bei manchen Angeboten zwischen 9 Cent ins Festnetz und 29 Cent ins mobile Netz liegen, kann es bei anderen Anbietern und im restlichen Ausland teuer werden. Entgegen dem Roaming innerhalb der EU sind Anrufpreise ins Ausland generell nicht reglementiert, sagt Hansen.

Wer als Mobilfunk-Kunden diese Tricks der Anbieter kennt, kann deren Kostenfallen umgehen. dhz/dpa

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