Der Bundesinnungsverband der Schornsteinfeger (ZIV) und sein Präsident Hans-Günther Beyerstedt zweifelten jüngst an der Arbeitsqualität des Sanitär Heizung Klima-Handwerks (SHK). Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, wies nun die Kritik in einem offenen Brief vehement von sich.
Die öffentliche Kritik des Schornsteinfegerverbandes am SHK-Handwerk ging nach Meinung Schliefkes weit über den Rahmen einer "konstruktiven Auseinandersetzung“ hinaus. In dem offenen Brief, den Schliefke als Reaktion auf die vom ZIV veröffentlichten Leserbriefe und Artikel verfasste, heißt es: "Das SHK-Handwerk kann eine pauschale Abqualifizierung nicht widerspruchslos hinnehmen".
Nach Schliefke sei die Kritik am SHK-Handwerk völlig unbegründet gewesen. Die von Beyerstedt monierte Qualität der Wartungsdienste bezeichnete er als einen massiven, nicht belegten Vorwurf in Richtung des SHK-Handwerks. Dass es sich bei den von Schornsteinfegern überprüften Heizungsanlagen, die Mängel aufwiesen, um vorher gewartete Anlagen handelte, sei nicht sichergestellt. Schliefke bezeichnete die von Beyerstedt proklamierte Unabhängigkeit des Schornsteinfegerhandwerks deshalb als "mehr als zweifelhaft".
Schliefke stellte in seinem Brief die vom Bundesinnungsverband der Schornsteinfeger (ZIV) beanspruchte Energieneutralität in Frage. Er wertete es als ein eindeutiges Zeichen für fehlende Neutralität, dass der ZIV die "Initiative Pro Schornstein" unterstütze.
In seinem Brief stemmte sich Schliefke auch gegen die Aussage des ZIV, Schornsteinfeger hätten kein wirtschaftliches Interesse daran, Heizungsanlagen zu warten oder zu erneuern. Dagegen spreche die beim Bundeskartellamt angemeldete Schornsteinfeger-Gesellschaft, die "ausdrücklich die gewerbliche Wartung, Inspektion, Betrieb und Instandsetzung von Heizungsanlagen" sowie deren Verkauf als Gesellschaftszweck angebe. Nach Schliefe sei das ein entscheidendes Argument für die Aufhebung des Privilegs der Schornsteinfeger in diesem Bereich.
Der Konflikt zwischen den beiden Branchen währt schon seit einigen Monaten: So war es im Zuge der Neuregelung des Schornsteinfegergesetzes bereits zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gewerken gekommen.
eg
Meinung
"Wer nicht wirbt, stirbt." So hat Henry Ford schon vor hundert Jahren den Wert von Werbung beschrieben. Der amerikanische Automobil-Tycoon hat diesen Satz zwar vor allem auf seine eigenen Fahrzeuge bezogen und weniger auf ganze Wirtschaftsbereiche. Doch auch ein Bereich wie das Handwerk braucht Werbung, braucht den Austausch mit der Öffentlichkeit, wenn es langfristig nicht an Ansehen, Bedeutung und Image verlieren will.