118. Vollversammlung der Handwerkskammer tagte in Wetzlar
„Wenn die Medien jeden Tag neue Horrormeldungen über die Finanzkrise bringen, darf es nicht wundern, wenn die Stimmung in den Betrieben davon nicht unbeeindruckt bleibt.“ Mit diesen Worten kommentierte Kammerpräsident Robert Werner auf der 118. Vollversammlung der Handwerkskammer Wiesbaden im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Lahn-Dill, dem Arnold-Spruck-Haus in Wetzlar, die Konjunkturerwartungen der Betriebe in Ober-, West- und Mittelhessen. Erfreulich sei, dass der handwerkliche Arbeitsmarkt sich erfreulich robust zeige. Bei den Ausbildungsaktivitäten der Betriebe sei trotz der Eintrübung der Konjunkturerwartungen mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Sein Fazit: „Die Konjunktur im Handwerk ist besser als die Stimmung.“
Für die binnenmarktorientierten Betriebe könnten die jetzt initiierten Wachstumsimpulse der Bundesregierung der richtige Schritt sein. Offenbar hätten, so Werner, die Erfahrungen vom Beginn der Legislaturperiode und die gute Arbeit des Zentralverbands des Deutschen Handwerks bei den Politikern einen Lernprozess unterstützt. Die Verdoppelung der Abzugsmöglichkeiten von 600 auf 1.200 Euro von der Steuerschuld, wenn dem Finanzamt Handwerkerrechnungen etwa über den Arbeitslohn bei Renovierungen vorgelegt werden, belohne die Ehrlichen und stärke die Binnennachfrage.
Kammerhauptgeschäftsführer Harald Brandes betonte bei der Vorstellung der Eckpunkte des Haushaltsplans 2009, dass die Kammer finanziell und personell „sehr gut aufgestellt“ sei.
Das „Parlament des Handwerks“ traf die Beschlüsse über die Verabschiedung des Nachtragshaushalts 2008, des Haushaltsplans 2009 der Handwerkskammer, eines Sonderhaushalts betreffend der Ergänzungsausstattung der BTZs in Wiesbaden und des Wirtschaftsplans 2009 des Betriebs gewerblicher Art in großer Einmütigkeit.
Ebenfalls einstimmig sprach sich die Vollversammlung für eine Neufassung der Gebührenordnung der Handwerkskammer Wiesbaden aus. Die Vollversammlung wählte außerdem einstimmig den Fleischermeister Eckhart Neun für den Rest der Wahlperiode in den Kammervorstand.
Die Vorstellung des ersten Agenturentwurfs für eine Imagekampagne des deutschen Handwerks fand große Zustimmung bei den Vollversammlungsmitgliedern. Einzelne Passagen dieser Präsentation wurden lebhaft diskutiert und spontan wurden von Vollversammlungsmitgliedern Vorschläge für eine enge Verzahnung der Kampagne mit bereits existierenden Kampagnen von Verbänden und Kammern gemacht. Die Vollversammlung verabschiedete neue Berufsbildungsregelungen für Salonservice-Manager und Managerinnen, für die Fachkraft für Solartechnik und für den geprüften Bestatter und traf eine neue Regelung der Standorte und Einzugsbereiche für die überbetriebliche Ausbildung im Dachdeckerhandwerk. Unter der Überschrift „Starke Schule – starkes Handwerk“ wurden der Vollversammlung die „schulpolitischen Positionen“ des hessischen Handwerks vorgestellt.
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