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Neuer Präsident Peteranderl führt bayerisches Handwerk

Der Bayerische Handwerkstag (BHT) hat Franz Xaver Peteranderl zum Präsidenten gewählt. Der Bauunternehmer aus Garching bei München will sich vor allem dem Thema Fachkräftemangel annehmen.

Der Bayerische Handwerkstag (BHT) hat einen neuen Präsidenten: Die Mitgliederversammlung der Dachorganisationen des bayerischen Handwerks hat in Nürnberg Franz Xaver Peteranderl gewählt. Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern folgt auf den zurückgetretenen Georg Schlagbauer. Vizepräsidenten bleiben Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, und Konrad Steininger, Landesinnungsmeister des bayerischen Schreinerhandwerks. Die beiden Stellvertreter standen nicht zur Wahl.

Der 61-jährige Diplom-Ingenieur Peteranderl ist geschäftsführender Gesellschafter der F.X. Peteranderl GmbH Bauunternehmung in Garching bei München. Er ist Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen und sitzt im Präsidium des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Digitalisierung vorantreiben

Als wichtigste Herausforderungen für das bayerische Handwerk nannte Peteranderl die Sicherung der Nachwuchs- und Fachkräfteversorgung sowie den Schutz des hohen Qualifikationsniveaus im Handwerk. Er sprach sich auch dafür aus, die Digitalisierung voranzutreiben.

Das bayerische Handwerk beschäftigt derzeit 941.000 Personen, es gibt 202.000 Betriebe. In den ersten drei Quartalen erwirtschaftete das Handwerk in Bayern einen Umsatz von gut 76 Milliarden Euro.

Handwerker sehen Bundesautobahn-Gesellschaft skeptisch

Als Gast des Handwerkstags lobte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Handwerker als "Leistungserbringer unserer Volkswirtschaft". Kritik an der geplanten Bundesautobahn-Gesellschaft wies er zurück. Dobrindt will ausgewählte Bauprojekte zentral planen lassen, weil viele Bundesländer dieser Aufgabe nicht nachkämen. Öffentliche Hand und Privatwirtschaft sollen ausgewählte Bauvorhaben gemeinsam realisieren. "Die Schublade ist leer. Auch in Bayern gibt es keine Schubladenprojekte mehr." Vertreter des Handwerks dagegen fürchten, zu "Subunternehmen von Großkonzernen degradiert" zu werden, wie es Vizepräsident Haber ausdrückte. Peteranderl wies darauf hin, dass deutsche Unternehmen nicht mehr in der Lage seien, derartige Großaufträge zu stemmen. "Die Wertschöpfung geht ins Ausland."

Dobrindt sprach sich gegen die blaue Plakette aus, die das Handwerk als Einfahrverbot für Dieselfahrzeuge in die Innenstädte wertet. "Das ist eine Idee, die nicht umgesetzt werden sollte." Er lasse sich den "schwarzen Peter" nicht zuschieben, sagte Dobrindt - ein Seitenhieb nach Baden-Württemberg: "Wenn Ihr meint, Ihr müsst die Leute schikanieren, dann macht das selber." Auch eine Maut für Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen werde es mit ihm nicht geben, versicherte er dem BHT. str

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