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BAG entscheidet: Alter spielt keine Rolle Personenschäden: Auch Azubis haften

Wer sich in der Ausbildung befindet, darf Fehler machen. Für manche Fehler muss aber auch ein Azubi geradestehen. Denn Auszubildende, die einen Kollegen im Betrieb schädigen, haften nach den gleichen Regeln wie andere Arbeitnehmer.

Das Alter des Auszubildenden spielt dabei keine Rolle, wie das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil verdeutlicht (BAG, Az.: 8 AZR 67/14). Zu unterscheiden ist zwischen Personen- und Sachschäden. Im aktuellen Fall handelte es sich um einen Personenschaden, da ein Auszubildender einen im selben Betrieb beschäftigten Kollegen verletzt hatte. Kommt bei betrieblich veranlassten Tätigkeiten eine Person zu ­Schaden, handelt es sich um einen Arbeitsunfall, für den die Berufsgenossenschaft beziehungsweise die gesetzliche Unfallversicherung eintritt.

Betrieblich veranlasste Tätigkeit

Grundsätzlich gilt bei Personenschäden, die durch eine betrieblich veranlasste Tätigkeit verursacht wurden, eine eingeschränkte Haftung des Arbeitnehmers (§ 105 SGB VII). Sie gilt nur dann nicht, wenn der Verursacher vorsätzlich einen Arbeitskollegen schädigt. Je nach Schwere der Verletzung kommt auch ein Schmerzensgeld in Betracht.

Im verhandelten Fall hatte in einem Kfz-Betrieb ein 19-jähriger Auszubildender einen Kollegen mit dem Wurf eines 10-Gramm-Wuchtgewichts derart verletzt, dass dieser bleibende Schäden am Auge davontrug. Da der leichtsinnige Wurf über die Schulter ohne Vorwarnung natürlich nicht betrieblich veranlasst war, wurde der Auszubildende zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro verurteilt. dan

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