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Eingangsrechnung Pauschale Leistungsbeschreibung verhindert Vorsteuerabzug

Erhält ein Handwerker eine Rechnung von einem Unternehmen und die Leistung in der Rechnung ist nicht klar definiert, sollten bei dem Handwerker die Alarmsirenen angehen.

Denn kommt es zu einer Umsatzsteuer- oder Betriebsprüfung durch das Finanzamt, bedeutet eine zu pauschale Leistungsbeschreibung den Verlust des Vorsteuerabzugs. Die Leistungsbeschreibung in einer Eingangsrechnung erfüllt nicht die Voraussetzungen nach § 14 Abs. 4 UStG für den Vorsteuerabzug, wenn einem sachverständigen Dritten nicht klar ist, worüber eigentlich abgerechnet wurde.

Eine zu schwammige Leistungsbeschreibung wurde nun einem Betrieb zum Verhängnis, der Unternehmer mit dem Aufstellen von Gerüsten beauftragte. Die Leistungsbeschreibung beschränkte sich auf Angaben wie "Pauschale" oder "Sonstige Gerüstbauleistungen".

Eine Identifizierung der Leistung ist dadurch kaum nachvollziehbar. Folge: Aus solchen Rechnungen steht dem Rechnungsempfänger kein Vorsteuerabzug zu (FG Hamburg, Urteil v. 21.8.2015, Az. 2 V 154/15).

So retten Sie den Vorsteuerabzug

Handwerker, die von anderen Unternehmen Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer erhalten, haben nun die folgenden beiden Möglichkeiten, um den Vorsteuerabzug zu sichern:

  • Sie schicken die Rechnung zurück und bitten die Leistungsbeschreibung detailliert in der neuen Rechnung aufzunehmen.
  • Sie schicken die Rechnung zurück und bitten, dass der Rechnungsaussteller in seiner neuen Rechnung Bezug auf den Auftrag (Auftragsnummer, Auftragsdatum) nimmt. Dadurch kann dann nachvollzogen werden, welche Leistungen erbracht wurden.
Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

Tipp: Insbesondere die folgenden Formulierungen in Eingangsrechnungen führen ohne Verweis auf einen Auftrag zum Wegfall des Vorsteuerabzugs, weil die Leistungsbeschreibung zu schwammig ist:

Pauschalleistung EDV-Leistung Sonstige Leistung
Pauschalvereinbarung Personalkosten Beratungskosten
Bauleistungen Handwerkerleistungen Leistungen allgemein
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