Kassel -

Gründerpreis Oscar-Feeling in Bad Homburg

Die Maßschneidermeisterin Eva Schönherr gewinnt mit ihrem Unternehmen "Der schöne Herr" einen der Hessischen Gründerpreise.

Man bereitet sich zwar auf so einen Tag vor, aber wenn man dann abends auf der Bühne steht, fühlt sich das schon ein bisschen unwirklich an. Es hat einen Moment gedauert, bis ich begriffen hatte, dass ich gewonnen habe. Es war so ein Oscar-Feeling“, beschreibt Schneidermeisterin Eva Schönherr den Moment, als sie mit ihrem Unternehmen „Der schöne Herr“ als Siegerin des Hessischen Gründerpreises zur Preisverleihung im vollbesetzten Kurhaus in Bad Homburg auf die Bühne gerufen wurde.

Auch wenn sie als eine von neun Finalisten durchaus für den ersten Platz in Frage kam, war die ­Unternehmerin aus Fulda über den Preis in der Kategorie „Mutige Gründung“ „absolut überrascht“. Deshalb auch die Anleihe beim großen ­Filmpreis. Der Gründerpreis wird im Rahmen der Gründertage ver­geben.

Konsequent auf Qualität ­gesetzt und überzeugt

„Die Gründertage Hessen vermitteln jedes Jahr ein lebendiges Bild des Einfallsreichtums und Innovationsgeists hessischer Gründerinnen und Gründer. Hessen spielt auf diesem Gebiet ganz vorne mit und steht bei der Gründungsintensität an erster Stelle der Flächenländer“, sagte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

„Die Landesregierung tut alles, um ein optimales Umfeld dafür zu schaffen, potenzielle Gründerinnen und Gründer zu ermutigen und sie auf ihrem Weg individuell zu unterstützen – mit Beratung ebenso wie mit klassischer monetärer Förderung.“ „Der schöne Herr“ wurde von Eva Schönherr in Fulda gegründet. „Beeindruckt hat die Jury, dass die Gründerin in einem sehr hochpreisigen Markt konsequent auf Qualität setzt und sich damit etablieren konnte“, hieß es in der Vorstellung der Finalisten.

Sie selbst sagt: „Mein größter unternehmerischer Erfolg bisher ist zum einen, dass mein erster Azubi seine Ausbildung im vergangenen Jahr als Kammersieger abgeschlossen hat. Zum anderen habe ich selbst im Oktober 2014 auf dem Bundeskongress der Maßschneider in Dortmund eine Goldmedaille im Atelierwettbewerb gewonnen.“ Aber auch wirtschaftlich ist das Unternehmen ein Erfolg. Im letzten Jahr konnte sie ihren Umsatz bereits verdoppeln.

Oscar-Feeling in Bad Homburg

Ihr Handwerk hat die aus Bad Salzschlirf stammende Maßschneidermeisterin im Kloster Frauenberg erlernt. Ihren Meister absolvierte sie 2006 in Düsseldorf. Als im Kloster keine exklusiven Herrenanzüge, sondern nur noch die braunen Ordenskleider der Franziskaner-Mönche gefertigt wurden, machte sich die Mutter einer Tochter kurzerhand selbständig. Das war vor drei Jahren.

Kunden reagieren positiv auf den Preis

Die Reaktionen auf ihren Erfolg waren sehr positiv, berichtet Schönherr: „Sowohl bei den Kunden, die angerufen haben, als auch in den sozialen Netzwerken. Man merkt, dass die Auszeichnung positiv aufgenommen wird.“ Und so sagt sie folgerichtig über den undotierten Preis: „Mein Lohn ist die mediale Aufmerksamkeit.“ Das gilt aus ihrer Sicht für ihr Unternehmen, aber ebenso für ihr Handwerk.

Auch mit ihrer Vorstellung, mit der sie als Finalistin die Jury bei den Gründertagen im Dorint Hotel in Oberursel erst überzeugen musste, ist sie zufrieden. „Ich hatte einen tollen Tag, habe viele nette Menschen kennengelernt, und habe viele nette Gespräche geführt.“ Dabei kam die Präsentation ihren neuen Plänen entgegen. Denn die umtriebige Schneidermeisterin arbeitet zurzeit daran, „Maßtage“ in Süd- und Nordhessen anzubieten, um über die Grenzen Fuldas hinaus für ihr Atelier und ihren Beruf zu werben.

der-schoene-herr.de

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