Trotz der aktuellen Zweifel an den Zielen der Energiewende kann das Jahr 2012 bislang als Rekordjahr für die erneuerbaren Energien gelten. Ihr Anteil am gesamten deutschen Strombedarf ist im ersten Halbjahr auf über ein Viertel angestiegen. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigen jedoch Erstaunliches: Obwohl die Photovoltaik ihren Beitrag um 47 Prozent steigern konnte, liegt sie nur auf Platz drei bei den regenerativen Stromproduzenten.
Über den Solarboom, die Einspeisevergütung und Förderungskürzungen wurde in diesem Jahr schon berichtet und viel wurde gestritten. Dabei entstand der Eindruck, dass der Solarstrom die wichtigste Energiequelle bei der Umstellung auf eine regenerative Stromversorgung ist. Doch ob wohl der Anteil der Photovoltaik rasant zunimmt und immer mehr zur Steigerung des Ökostromanteils beitragen kann, zeigt die aktuelle Verteilung sie immer noch hinter anderen Energieformen.
Aktuell liegt der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch laut dem Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei über 25 Prozent und erreicht damit neue Rekordwerte. Vor ziemlich genau einem Jahr, im ersten Halbjahr 2011, waren es noch rund 21 Prozent.
Damit kommt der Ökostromanteil den Zielen der Bundesregierung bis 2020 einen Anteil von 35 Prozent zu erreichen immer näher. Und das, obwohl immer wieder Zweifel am Erreichen laut werden. Um das Vorankommen zu kontrollieren, hat die Bundesregierung nun auch einen neuen Monitoringplan beschlossen.
Nach Schätzungen des BDEW erzielten die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2012 einen Gesamtstromwert von 67,9 Milliarden Kilowattstunden. Im ersten Halbjahr 2011 waren es im Vergleich dazu nur 56,4 Milliarden Kilowattstunden. Die Verteilung der verschiedenen Energiequellen sieht dabei wie folgt aus:
Neben diesen Zahlen veröffentlichte der BDEW auch die neuesten Zahlen zum Erdgas- und Stromverbrauch im ersten Halbjahr 2012. Danach lag der Erdgasverbrauch mit 495,3 Milliarden Kilowattstunden um 0,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Der Stromverbrauch hingegen lag mit 261,5 Milliarden Kilowattstunden um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. jtw
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