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Berufsausbildung in Deutschland OECD lobt duale Ausbildung

Die Vorteile der beruflichen Bildung in Deutschland werden in einer neuen OECD-Studie erstmals anerkannt. Das Handwerk sieht das duale Ausbildungssystem weiter gestärkt. Ein Fehler in der Studie hat jedoch politische Tragweite.

In einer Studie hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das Deutsche Ausbildungssystem gelobt. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, stellte fest: „Die OECD erkennt in ihrem jüngsten Bericht die Vorteile der beruflichen Bildung in Deutschland an“. Das Handwerk im Allgemeinen begrüße diesen Sinneswandel. "Die Verzahnung von berufsschulischem und betrieblichem Lernen ist ein Erfolgskriterium für einen gelingenden Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt", sagte Wollseifer weiter.

In der Studie äußert sich die OECD sehr positiv über das praxisorientierte Ausbildungssystem in Deutschland. Viele andere Länder hätten das Problem, dass junge Menschen "ohne praktische Erfahrungen in die Arbeitswelt entlassen" würden. Von Deutschland könne man eine Menge lernen, erläuterte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Studien-Fehler sorgt für Streit

In der Vergangenheit hatte die OECD stets einseitig akademische Bildungsgänge herausgestellt und eine zu geringe Studienanfängerzahl in Deutschland kritisiert. Der ZDH betont, dass dabei übersehen wurde, dass etwa der Meisterbrief einem Bachelorabschluss gleichgestellt ist.

Für Unmut sorgt indessen ein Fehler in der Studie. So liege der Anteil jüngerer Arbeitnehmer in Deutschland, die sich vergeblich um einen unbefristeten Arbeitsvertrag bemühen, laut dem Bericht bei mehr als 50 Prozent. Tatsächlich sei die Zahl viel geringer, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Der Deutsche Gewerkschaftsbund war von der Richtigkeit der Zahlen ausgegangen und hatte sie als einen Beleg dafür gewertet, wie schlecht die Bedingungen für junge Menschen seien.

Duale Ausbildung Schlüssel zu niedriger Jugendarbeitslosigkeit

Die OECD hatte alle 1,4 Millionen Auszubildenden zwischen 15 und 24 Jahren mit befristetem Vertrag gezählt. Die Azubis wurden dann aber den normalen Arbeitnehmern zugeschlagen, was dazu führt, dass im Ergebnis 2,1 Millionen von 3,9 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe auf dem Papier nur eine befristete Stelle innehaben. Damit sei der Abstand zwischen den 15- bis 24-Jährigen und älteren Arbeitnehmern "so groß wie in kaum einem anderen Land", hatte die OECD mitgeteilt.

Lässt man die Azubis der Altersgruppe beiseite, bleiben jedoch nur noch 649.000 von 2,5 Millionen Beschäftigten übrig, die nur befristet angestellt sind. Die Studie zeichne in der Darstellung ein "völlig verzerrtes Bild der Beschäftigungssituation junger Menschen", so Peter Clever vom BDA. Die duale Ausbildung in Deutschland sei gerade der Schlüssel zu der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit. 70 Prozent würden nach der Ausbildung vom Betrieb übernommen. jr

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PhyllisAmoky

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