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CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Foto: ddp
Arbeitsmarkt
Pofalla gegen gesetzlichen Mindestlohn
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla lehnt die Einführung von Mindestlöhnen weiter ab: Einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland werde es mit der Union nicht geben.

Dies würde Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten, sagte Pofalla im ZDF-"Morgenmagazin". Auch die Arbeitnehmer in der CDU forderten keinen Mindestlohn, sondern wünschten sich Allgemeinverbindlichkeitserklärungen für branchenspezifische Mindestlöhne. Wenn "soziale Verwerfungen" nachgewiesen würden, sei die CDU bereit, über branchenspezifische Löhne zu reden.

Pofalla argumentierte, andere europäische Länder mit Mindestlohn-Regelungen hätten nicht eine so hohe Sockelarbeitslosigkeit wie Deutschland. Die Äußerungen der CDU-Politikerin und Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ingrid Sehrbrock, die in der Union mit breiter Unterstützung für die Einführung von Mindestlöhnen rechnet, wertete Pofalla als "individuelle Meinung", die keine Aussicht auf eine Mehrheit habe.

Sehrbrock hatte in der Chemnitzer "Freien Presse" betont, sie stelle bei Gesprächen mit Unions-Mitgliedern immer wieder fest, "dass die Zahl der Befürworter zunimmt". Inzwischen verbreite sich in der CDU die Ansicht, "dass zur Verhinderung von Dumpinglöhnen eine untere Grenze eingezogen werden muss".

Wettbewerb in den Branchen erhalten

CDU-Mittelstandsexperte Laurenz Meyer sagte im Deutschlandfunk, er sei "sehr dafür", dass sich die Große Koalition im Streit um Mindestlöhne einige. Es dürften aber keine Arbeitsplätze gefährdet und der Wettbewerb in den Branchen nicht verhindert werden. Deshalb sollten sich zunächst die Tarifpartner einigen. In der "Berliner Zeitung" rief Meyer die SPD zu Kompromissen auf, etwa mehr Möglichkeiten für Neueinstellungen zu schaffen oder Zeitarbeitsverträge zu verlängern.

Die Sprecherin der Ost-SPD-Abgeordneten im Bundestag, Iris Gleicke, hält die Einführung von Mindestlöhnen vor allem in den neuen Ländern für unumgänglich. Die Erfahrungen in Ostdeutschland zeigten, dass Dumpinglöhne kein Standortvorteil seien, sagte sie in der "Freien Presse".

Quelle: ddp


erstellt am 28.03.2007
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