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DHZ-Interview mit Handwerkspräsident Otto Kentzler
"Kampagne kostet jeden Betrieb weniger als einen Euro"
Die Reaktionen auf den Film zur Imagekampagne des Handwerks waren gewaltig. Warum wurde der Film gestoppt, hätte der Start aufgrund des Erdbebens auf Haiti verschoben werden müssen, und, was kostet den Handwerker die Kampagne – Handwerkspräsident Otto Kentzler stellt sich den Fragen. Interview: Patrick Choinowski

DHZ: Warum haben Sie den Imagefilm gestoppt?

Otto Kentzler: Am Wochenende der Erstausstrahlung des Imagefilms (Samstag, 16. Januar 2010, d. Red.) erreichten uns die ersten intensiven Nachrichtenbilder aus Haiti. Angesichts der dramatischen Bilder aus dem Katastrophengebiet war nicht auszuschließen, dass sich die Zuschauer durch einzelne Szenen des Spots an die tragischen Geschehnisse erinnert fühlen. Um nicht die Gefühle einzelner Zuschauer zu verletzten oder ungewollte Assoziationen entstehen zu lassen, haben wir den Spot vorübergehend ausgesetzt.

DHZ: Welche Auswirkungen hat dies auf die gesamte Imagekampagne?

Kentzler: Keine. Der TV- und Kinospot sollte zum Auftakt in besonderer Weise auf die Kampagne aufmerksam machen. Das ist aber auch ohne weiteren TV-Einsatz gelungen. Im Internet wurde der Film zehntausendfach angesehen und ist in aller Munde. In Diskussionsforen wird der Spot überwiegend sehr gut bewertet. Auf den Start der Kampagne hatte die Aussetzung keinerlei negativen Einfluss. Die Aktionen der Handwerksorganisationen in Deutschland haben in Presse und Öffentlichkeit ein über alle Erwartungen großes Echo gefunden.

DHZ: Wäre es nicht besser gewesen, den Start der Kampagne und des Films zu verschieben, weil das Erdbeben auf Haiti sich schon vor dem Start ereignete?

Kentzler: Die Planungen zum Start der Imagekampagne laufen bereits seit 2008. Kurzfristig wäre es kaum möglich und auch nicht sinnvoll gewesen, den Start der Kampagne zu verschieben. Die Sendeplätze und Anzeigenschaltungen waren gebucht, Starterpakete waren auf dem Weg zu den Betrieben und Handwerksorganisation sowie Handwerker erwarteten gespannt den Start der Kampagne. Nachdem am Wochenende der Erstausstrahlung des Spots der bildliche Zusammenhang mit der Katastrophe in Haiti hergestellt wurde, hat die Handwerksorganisation schnell reagiert. In Abstimmung mit den TV-Sendern haben wir uns bereits am Montag (18. Januar 2010, d. Red.)nach Ausstrahlungsbeginn darauf verständigt, den Spot vorerst auszusetzen.

DHZ: Die Imagekampagne ist auf fünf Jahre angelegt und kostet 50 Millionen Euro. Wofür wird das Geld verwendet und wer zahlt für die Kampagne?

Kentzler: Neben dem Imagefilm, der derzeit im Internet weltweit für Aufmerksamkeit sorgt und so bald als möglich auch wieder im TV und Kino gezeigt werden soll, gibt es Plakatierungen und Anzeigenschaltungen sowie Internetaktionen. Alle Handwerksbetriebe werden mit einem Starterpaket an Werbemitteln ausgestattet, damit jeder für sich Flagge zeigen und das Anliegen der Kampagne unterstützen kann. Ein Online-Auftritt unter handwerk.de bietet zahlreiche Informationen zur "Wirtschaftsmacht Handwerk", ausführliche Infos zu den Handwerksberufen und der Ausbildung im Handwerk sowie interaktive Elemente die vor allem Jugendliche ansprechen. Begleitet wird die Kampagne mit umfangreicher Pressearbeit, Messeauftritten und Aktionen. Wir alle können uns darauf freuen, was die Kampagne in den kommenden fünf Jahren noch bieten wird. Die Kosten für die Kampagne werden gemeinschaftlich von allen in den Handwerkskammern organisierten Betrieben getragen. Für jeden Betrieb ist das weniger als ein Euro im Monat.


erstellt am 02.02.2010
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