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BWHT rechnet mit Umsatzrückgang von 2,3 Prozent
Handwerk erwartet moderates Minus
Das Handwerk im Land ist mit einem blauen Auge davongekommen: Für 2009 rechnet der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) mit einem Umsatzrückgang von real 2,3 Prozent.

Für 2010 erwartet der Handwerkstag ein moderates Minus von etwa 1,5 Prozent. Nachdem sich im Bundesdurchschnitt die wirtschaftliche Situation ab dem zweiten Quartal 2009 wieder stabilisiert hat, scheint nun auch im industrie- und exportorientierten Baden-Württemberg wieder Land in Sicht. Ab dem zweiten Halbjahr werden die Rückgänge bei den Auftragseingängen und der Produktion schwächer.

Das baden-württembergische Handwerk musste im ersten Halbjahr deutliche Umsatzrückgänge hinnehmen. Im zweiten Halbjahr zeigen jedoch vor allem die Konjunkturpakete Wirkung: die ersten Rechnungen sind bezahlt und füllen die Kassen der Handwerker, gleichzeitig läuft die industrielle Produktion wieder an. "Die Umsätze ziehen an", stellt Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle fest.

Für einzelne Branchen allerdings werde es Jahre dauern, bis sie den Anschluss wieder finden, sagte Möhrle weiter. Zu den Verlierern wird im kommenden Jahr vor allen Dingen das Kfz-Handwerk gehören. "Nach dem Auslaufen der Umweltprämie wird sich im nächsten Jahr das Neuwagengeschäft deutlich abschwächen", befürchtet Möhrle. Zudem geht der Handwerkstag von einer Stagnation in denjenigen Handwerken aus, die vom privaten Konsum abhängig sind: dem Nahrungsmittel-, dem Gesundheits- und dem Dienstleistungshandwerk.

Für die gewerblichen Zulieferer wird die Talfahrt zunächst gestoppt sein. Allerdings auf so tiefem Niveau, dass sich bei jedem weiteren Abrutschen für viele Betriebe die Existenzfrage stellen würde. Positive Impulse erwartet der Handwerkstag weiterhin vom öffentlichen Bau und der energetischen Sanierung, wohingegen der Wirtschaftsbau und der Wohnungsbau bestenfalls stagnieren. "Wir werden nicht ungeschoren durchkommen, aber der Umsatzrückgang wird geringer ausfallen als im laufenden Jahr", meinte Möhrle in der Gesamtschau. Die Betriebe blieben jedoch weiter unter der Auslastungsgrenze.

Voraussetzung für eine positive Entwicklung im Handwerk sei allerdings, unterstrich Möhrle, dass sich die Rahmenbedingungen nicht verschlechtern. Neben anderen Faktoren wie Steuerprogression oder Erbschaftssteuer, müsse vor allen Dingen die Unternehmensfinanzierung gesichert sein. Möhrle: "Der Rückgang der kurzfristigen Betriebsmittelfinanzierung macht uns Sorgen." Wenn die Liquidität nicht gesichert sei, bringe dies auch grundsätzlich gesunde Unternehmen in Gefahr.


erstellt am 19.11.2009
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