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Irreführende Werbung
Aldi wehrt sich gegen Vorwürfe der Bäcker
Aldi wehrt sich nach Informationen von Spiegel Online gegen die Vorwürfe des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, der Discounter täusche die Kunden mit irreführender Werbung. Von Verbrauchertäuschung könne keine Rede sein, denn die Backautomaten arbeiteten mit einem innovativen Backvorgang. Der Verband hatte Aldi verklagt, weil er damit werbe, Brot und Brötchen vor Ort im Laden frisch zu backen. Die Backwaren würden tatsächlich aber nur erwärmt.

"In den Aldi-Filialen steht weder ein Backofen noch findet dort ein Backvorgang statt", sagt Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Bäckerhandwerk. Stattdessen liefere die Industriebäckerei Lieken die Ware an den Discounter, der sie in den Läden nur noch aufwärme. Den Kunden werde jedoch suggeriert, die Ware würde frisch gebacken. Das vor kurzem eingeführte Backwarenangebot bewirbt Aldi Süd in Prospekten mit dem Hinweis auf frisch gebackenes Brot und Brötchen. "Ab sofort backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie: frisch aus dem Ofen - direkt in die Tüte.", heißt es in der Werbung.

Ebenfalls irreführend seien die Bezeichnungen für das beworbene Brot. Es enthalte nicht die üblichen Mindestmengen an Mehl und Getreide, die für diese Brotsorten vorgeschrieben sind. Statt 50 bis 90 Prozent Rogenmehl enthalte das Roggenmischbrot nur 34 Prozent. Das Dinkelvollkornbrot enthalte nur 42 Prozent statt 90 Prozent Dinkelerzeugnisse.

Dem Verband geht es nach Auskunft von Werner nicht um die grundsätzliche Entscheidung von Aldi, Backwaren zu verkaufen. Schließlich werde das Frischeargument für das Angebot von Backwaren von vielen großen Supermarktketten und auch Discountern genutzt. Dort würden dann aber auch Backöfen eingesetzt.

Schon seit Jahren haben die handwerklichen Bäckerein damit zu kämpfen, dass der Lebensmitteleinzelhandel den Bäckern - vornehmlich über die Preisschiene  - Marktanteile wegnimmt. "Da herrscht eine regelrechte Preisschlacht", sagt Werner. Brötchen, die beim Handwerksbäcker 20 bis 30 Cent kosten, werden bei Aldi und anderen Discountern für 15 Cent angeboten. Wie hoch die Umsatzverluste durch Billigangebote sind, kann der Verband noch nicht beziffern. Auswertungen darüber seien aber in Arbeit. Es gebe allerdings Hinweise auf dramatische Umsatzverluste. Erst Anfang der Woche habe ihn ein Anruf einer Innung erreicht, dass zwei Bäcker im Raum Köln wegen des Backwarenangebots benachbarter Discounter aufgeben mussten.

fm


erstellt am 20.07.2010
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