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SUV-Update - Fahrtest, Preise, Neuerungen Facelift: Neuer Peugeot 2008 (2016) im Test

Im September 2016 kommt der neue Peugeot 2008 auf den Markt. Doch was ist an dem SUV neu? Die DHZ hat das Peugeot 2008 Facelift ausführlich getestet.

Bereits seit 2013 ist der Peugeot 2008 auf dem Markt und hat sich für die Franzosen zu einem "Bestseller" entwickelt. Im Jahr der Markteinführung verkaufte Peugeot 79.000 Stück, 2015 waren es bereits 231.000 Fahrzeuge. Nun bekommt der SUV ein Facelift. Was kann der neue Peugeot 2008? Die DHZ hat den Test gemacht und ist Probe gefahren.

Peugeot 2008 bekommt ein robustes Gesicht

Peugeot verpasst dem 2008 mit dem Facelift ein robusteres Auftreten. Der Kühlergrill ist deutlich senkrechter als beim Vorgängermodell. Zudem sind vertikale Streben verbaut und auch das Logo sitzt nun in der Mitte des Grills. Die Motorhaube verläuft dagegen flacher als bisher. Auch am Heck gibt es Neues: Die Rückleuchten erstrahlen nun mit einem 3D-Effekt. Außerdem bekommt der neue 2008 leichte Kotflügelverbreiterungen.

Bei den Maßen des kleinen SUV hat sich dagegen nichts geändert. Mit 4,16 Metern bleibt die Länge gleich. In Sachen Bodenfreiheit verfügt der 2008 über 16 Zentimeter Luft zum Untergrund.

Innenraum bleibt schlicht und aufgeräumt

Im Innenraum sticht dem Fahrer sofort das neue Navigations- und Entertainmentsystem in der Mitte der Armaturen, mit einem 7 Zoll großen Touchscreen-Display, ins Auge. Hier funktioniert die Bedienung ohne große Schwierigkeiten. Allgemein wirkt das Armaturenbrett des 2008 schlicht und aufgeräumt. Durch die klaren Strukturen und die hoch angeordneten Instrumente ist alles gut erreich- und bedienbar. Ein Schwachpunkt: Im neuen "iCockpit" hat Peugeot die digitale Anzeige, zwischen die mechanische Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeigen, vor dem Fahrer platziert. Diese wird jedoch teilweise vom Lenkrad verdeckt. Selbst bei zwei verschieden großen Fahrern und unterschiedlichen Sitz- und Lenkradeinstellungen ließ sich dieses Problem nicht lösen.

Der Kofferraum fasst 410 Liter und hat mit 60 Zentimetern eine gute Höhe, um das Auto zu beladen. Klappt man die Rückbank um, ist das Ladevolumen auf bis zu 1.400 Liter erweiterbar. Insgesamt bietet der 2008 ausreichend Platz, bleibt für einen SUV aber dennoch klein.

So fährt sich der Peugeot 2008

Eine Probefahrt mit dem Peugeot 2008 zeigt: Das Auto liegt gut in der Kurve.

Motoren, Getriebe und Fahrwerk bleiben gleich

Bei der Motorisierung, dem Getriebe oder auch dem Fahrwerk gibt es beim 2008 dagegen nichts Neues. Hier setzt Peugeot auf Altbewährtes. Zu haben ist der SUV als Benziner von einem 82 PS-Dreizylinder bis hin zu einem 1,2L Motor mit 130 PS (6-Gang Getriebe). Dazwischen liegt der 110 PS starke Motor mit Automatik-Getriebe und Start-Stop-System. Außerdem ist der 2008 als Diesel mit 100 PS oder als 1,6L mit 120 PS erhältlich.

In diesen Motorvarianten gibt es den neuen Peugeot 2008

Benziner

PureTech 82 1.2 l 60 kW/82 PS
PureTech 110 1.2 l 81 kW/ 110 PS
PureTech 110 1.2 l 81 kW 110 PS 6-Stufen-Automatikgetriebe
PureTech 130 1.2 l 96 kW / 130 PS

Diesel

BlueHDi 100 1.6 l 73 kW/ 100 PS
BlueHDi 120 1.6 l 88 kW/ 120 PS

SUV mit leichtem Handling und angemessenem Verbrauch

Im Test überzeugen vor allem der 110 PS starke Automatik-Benziner sowie der Top-Diesel. Allgemein verfügt der Peugeot 2008 über ein gutes Handling. Das Fahren ist über Land sowie in der Stadt angenehm. Dank der direkten Lenkung nimmt der 2008 auch enge Kurven problemlos.

Einen guten Eindruck hinterlässt auch das Automatikgetriebe (110 PS Benziner). Es schaltet ruckfrei durch die Gänge und schiebt gerade auf der Autobahn und bei steilen Bergpassagen kontinuierlich an. Allerdings wirkt der kleinste Motor (82 PS) zuweilen überfordert. Trotz des geringen Gewichtes des Peugeot 2008 von etwas mehr als einer Tonne, tut sich der 82-PS-Dreizylinder Motor schwer, für ordentlichen Vortrieb zu sorgen.

In Sachen Verbrauch sorgt Peugeot für eine Neuheit. Erstmals gibt der Hersteller reale Verbrauchswerte an, die Peugeot nach eigener Aussage im realen Verkehr, mit Zuladung von Personen und Gepäck ermittelt hat. Den 5-Gang Dieselmotor mit 100 PS gibt Peugeot hier mit 5,1 Liter auf 100 Kilometern an. Im Test ergab sich ein Verbrauch von 6,2 Litern. Allerdings im dauerhaften Stadtverkehr. Der 110 PS starke Automatik-Benziner verbraucht laut Hersteller 7,1 Liter im realen Verkehr. Dieses Angabe bestätigte sich im Test mit 7 Litern auf 100 Kilometern (über Land).

Peugeot 2008 im Test

Peugeot 2008 bekommt Rückfahrkamera und Bremsassistent

Wer möchte, bekommt den Peugeot 2008 zudem mit dem Traktionssystem "Grip Control". Dieses ersetzt in dem SUV zwar keinen echten Allradantrieb, ist für die meisten Einsätze auf und neben der Straße aber völlig ausreichend. Hier kann der Fahrer je nach Untergrund zwischen den verschiedenen Einstellungsvarianten Standard, Schnee, Gelände und Sand wählen.

Zudem hat Peugeot dem 2008 eine Rückfahrkamera (Nicht in allen Varianten inklusive. Aufpreis rund 780 Euro inkl. Parkassistent) verpasst, die dem Fahrer beim Einparken eine zuverlässige Hilfe ist. Durch das übersichtlich angebrachte Display lässt sich das Kamerabild gut betrachten. Sogar ganz neu, ist die Active City Brake, die im Notfall bis Tempo 30 eine Vollbremsung einleitet.

Neue Ausstattungslinie GTline überzeugt

Außerdem gibt es den SUV künftig in zwei neuen Farbtönen. Den 2008 gibt es ab September in Smaragdgrün und Ultimate Rot. Während das neue Grün durchaus gewöhnungsbedürftig ist, gibt es das Rot vorzugsweise in der neuen Ausstattungsvariante GTline. Als GTline tritt der 2008 sportlicher auf, als jemals zuvor. Außen prägt ein spezieller Schriftzug am Kühlergrill, sowie die GTline-Logos am Kotflügel und an der Heckklappe das Bild. Im Innenraum haben die Instrumente und das Touchscreen eine rote Lichtlinie. Armlehnen, Sitze, Schalthebel und Lenkrad sind mit roten Ziernähten auf schwarzem Leder durchaus ansprechend. In dieser Ausstattungsvariante wirkt der 2008 im Innenraum deutlich besser und interessanter als bei den drei weiteren Access, Active und Allure.

Preislich beginnt der neue Peugeot 2008 SUV bei 15.500 Euro für den Benziner mit 82 PS. Die Variante mit 110 PS ist ab 18.700 Euro zu haben. Den BlueHDi Diesel mit 120 PS in der Version "Allure" gibt es ab 23.250 Euro. Das Paket GTline gibt es zu einem Aufpreis von 1.100 Euro zur "Allure"-Version. Hier gibt es die ausführliche Preisliste zum Download. 

Test-Fazit

Der Peugeot 2008 (2016) überzeugt vor allem in Sachen Preis-Leistung. Wer einen SUV zu einem erschwinglichen Preis sucht, ist hier an der richtigen Stelle. Gerade das Automatikgetriebe überzeugt im Test. Auch steile Bergpassagen sind für das Getriebe kein Problem. Kontinuierlicher Vortrieb ist immer gegeben. Auch die Motorisierung im Peugeot 2008 ist völlig ausreichend. Lediglich den Kauf des 82 PS-Benziners sollte man sich gut überlegen. 82 PS in einem SUV sind dann doch etwas wenig.

Auch die Traktionshilfe "Grip Control" erfüllt ihre Aufgabe einwandfrei und ist für die meisten Herausforderungen im Alltag bestens geeignet. Ein Vorteil: Durch den Verzicht eines kompletten Allradantriebes spart Peugeot im 2008 Gewicht. Außerdem bleibt so der Preis niedriger. Ein echtes 4x4-System würde sich deutlich auf den Preis niederschlagen.

Das Handling und die Lenkung des Peugeot-SUV sind ansprechend und direkt. Über Autobahnen, Land und auch durch die Stadt rollt der 2008 angenehm.  

Im Innenraum bleibt der 2008 aufgeräumt, übersichtlich und schlicht. Die Instrumente sind leicht zu bedienen. Das neue 7 Zoll-Touchscreendisplay ist modern und fügt sich gut in das Armaturenbrett ein. Auch das Platzangebot ist im 2008 in Ordnung. Zwar gehört er weiterhin zu den kleinen SUV, für einen Familienurlaub mit Gepäck reicht es aber allemal.

Allerdings wirkt das Interieur durch das viele schlichte Plastik an manchen Stellen etwas minderwertig. Auch die Zierleiste in "Carbon-Optik"(aus Plastik), hätte man sich im neuen Peugeot 2008 sparen können. Ebenfalls ein Nachteil: Das Lenkrad verdeckt bei einem durchschnittlich großen Fahrer (1,80 Meter) die untere Hälfte des digitalen Displays.

Äußerst positiv: Peugeot vermittelt künftig echte Verbrauchswerte. Laut des Unternehmens werden diese für den neuen 2008 auf der Webseite von Peugeot veröffentlicht. Mit 5 (Diesel) beziehungsweise 7 Litern (Benziner) liegt der Verbrauch des 2008 in einem durchaus guten Bereich.     

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Kommentare

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Helmut R.

Peogeot 2008... Warum kein Haltegriff bei der Fahrerseite?

Wir können es nicht glauben, dass oben genannter Haltegriff am Dachhimmel fehlt. Bei so einem fortgeschrittenen Auto dürfte an dieser Ausstattung nicht gespart werde. Sogar bei unserer 10 Jahre alte A Klasse ist dieser Einstieg und Haltegiff vorhanden. Trotzdem wurde der 2008 von uns bestellt.

Walter

Test realistisch

Der Test bestätig auch unsere Erfahrungen. Auch wir können nicht bestätigen, dass die Anzeigen durch das Lenkrad verdeckt werden wie Hr. Nold schreibt.

Christian Nold

Test bestätigt

Der Test bestätigt meine erfahrungen. Habe ein Jahr lang den 208 gefahren und nun seit knapp 2 Monaten den 2008 mit dem 100Ps Diesel. Was ich nicht bestätigen kann ist, das die Digitalanzeige im Tacho durch das Lenkrad verdeckt wird. Wenn man das Lenkrad ganz vor schiebt und runtersetzt sind alle Anzeigen incl der Digitalen wunderbar lesbar. Sowohl ich (191cm) als auch meine Frau (158cm) haben keine Problem mit einer Verdeckten anzeige.

Rhof

Super Artikel

Nach Probefahrten mit allen Motorvarianten kann ich den Artikel nur bestätigen. Hier gibt es nicht einfach Lobhudelei, sondern berechtigte Kritik, positiv und negativ. Ich habe mir inzwischen den Automatik bestellt.