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Steuer aktuell Muss ein Kleinunternehmer eine Umsatzsteuerklärung einreichen?

Meldet ein Handwerker ein Kleinunternehmen an, darf das Finanzamt eine Umsatzsteuererklärung verlangen. Entscheidend ist der Jahresumsatz.

Leseranfrage: Ich bin seit 2015 nebenberuflich als Handwerker selbständig. Da ich sehr überschaubare Umsätze erziele und kaum Ausgaben habe, ließ ich mich beim Finanzamt als Kleinunternehmer nach § 19 UStG registrieren. Doch jetzt verlangt das Finanzamt eine Umsatzsteuererklärung für 2015 von mir. Darf das Finanzamt das?

Antwort: Das Finanzamt ist hier leider im Recht. Entscheidet sich ein selbständiger Handwerker bei der Umsatzsteuer für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG, hat das steuerlich die beiden folgenden Konsequenzen:

  • Umsatzsteuer: Der Handwerker weist in seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus. Damit muss er während des Jahres keine Umsatzsteuervoranmeldungen ans Finanzamt übermitteln.
  • Vorsteuer: Im Gegenzug bekommt ein Kleinunternehmer allerdings auch die Umsatzsteuer aus an ihn gestellte Rechnungen von anderen Unternehmern nicht erstattet (= kein Vorsteuerabzug).

Finanzamt muss Voraussetzungen überprüfen

Damit das Finanzamt jedes Jahr prüfen kann, ob die Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung tatsächlich vorlagen, fordert es eine Umsatzsteuererklärung von Kleinunternehmern an. Hier sind der Umsatz des Vorjahres (hier: 2014) und der Umsatz des Jahres 2015 anzugeben.

Zurück zur Leseranfrage: Im Jahr 2015 durfte die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung nur angewandt werden, wenn der Umsatz in 2014 nicht über 17.500 Euro lag und im Jahr 2015 nicht mehr als 50.000 Euro betragen hat.

Angaben zu Ihren Umsätzen 2014 und zu den Umsätzen 2015 müssen Kleinunternehmer in den Zeilen 31 bis 35 der Umsatzsteuererklärung 2015 machen.

Tipp: Haben Sie Anlagevermögen verkauft, gehört dieser Umsatz übrigens nicht zum Gesamtumsatz nach § 19 UStG (Abschnitt 19.1 Absatz 6 Satz 1 Umsatzsteuer-Anwendungserlass). Konkret: Sie sind nebenberuflich als selbständiger Handwerker tätig und erzielten 2015 einen Umsatz von 20.000 Euro. Doch in diesen 20.000 Euro steckt ein Umsatz aus dem Verkauf Ihres Betriebs-Pkws in Höhe von 4.000 Euro. Folge: Da der Umsatz 2015 nach § 19 UStG damit nur 16.000 Euro betragen hat, profitieren Sie auch 2016 von der Kleinunternehmerregelung.

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