Rallye Aïcha des Gazelles -

Halbzeit bei Aïcha des Gazelles Frauenrallye: Mit Siegchancen und Stallorder aus Stuttgart

Licht und Schatten für die Handwerkerinnen bei der Rallye Aïcha des Gazelles: Während das Seniorteam um den Sieg mitfährt, wurde das Juniorteam von einer Krankheit ausgebremst.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Rallye Aïcha des Gazelles

Die Hälfte der Frauenrallye durch die Wüste von Marokko ist geschafft: Die Vorjahresdritten Viola Hermann und Vanessa Wagner liefern sich in ihrem Mercedes-Benz Vito ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Céline Véga-Roïatti und Sophie Fabri im Dacia Duster. Die beiden Französinnen sind extrem erfahren, starten bereits zum achten bzw. vierten Mal bei der Aïcha des Gazelles.

Nach der ersten Etappe lagen sie knapp in Führung, aber auch Goldschmiedemeisterin Viola Hermann und SKH-Meisterin Vanessa Wagner ließen sich vom heftigen Sandsturm nicht beirren und ließen keinen Checkpoint aus.

Auf der zweiten Etappe drehten die Handwerkerinnen mit Startnummer 318 den Spieß dann um, navigierten den Vito über alle sechs Checkpoints nahe an der Ideallinie und entschieden diese Etappe für sich.

Start im Sandsturm

Für Madeleine Oster und Catrin Peest im Mercedes-Benz Sprinter begann ihre Rallyepremiere vielversprechend. Bis zu Checkpoint 3 der ersten Etappe lagen sie trotz Sandsturm ausgezeichnet im Rennen. Dabei profitierten sie von einem Navigationstrick, den sich die Teams von Mercedes-Benz vor Jahren erarbeitet hatten. Dazu wird das Fahrzeug nach der ermittelten Peilung ausgerichtet und die Windschutzscheibe mit einem Klebeband versehen, das die Richtung weist. Aber eben nur im flachen Gelände. Bei einer zerklüfteten Landschaft wie ab Checkpoint 4 funktioniert das nicht mehr.

Madeleine Oster und Catrin Peest riskierten im Sandsturm nichts und brachten das Fahrzeug lieber heil ins Biwak. Zwölf Teams haben das nicht mehr geschafft.

Die Highlights der Frauenrallye Aïcha des Gazelles 2016

Auf der zweiten Etappe klebte den beiden allerdings das Pech an den Reifen. Erst haben sie sich mehrfach verirrt und dann noch hoffnungslos festgefahren, während Dachdecker- und Zimmermeisterin Madeleine Oster aus Bernkastel-Kues mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.

Zwar gelang es den beiden Handwerksmeisterinnen, den Sprinter mit eigenen Kräften wieder auszugraben. Doch zu allem Überfluss holte sich die ohnehin schon geschwächte Fahrerin auch noch einen leichten Sonnenstich. Mit letzter Kraft und viel Überwindung kämpften sich beide noch ins Biwak.

Bettruhe im Service-Lkw vom Mercedes

Glück im Unglück: Mit Dr. Eva Holzhäuser sitzt eine Ärztin aus Mainz am Steuer des zweiten Mercedes-Benz Vito. Sie hat Madeleine Oster medizinisch versorgt, eine Infusion gelegt und Bettruhe im 40-Tonnen-Auflieger des Service-Teams verordnet.

Zudem gab es Stallorder von Mercedes aus Stuttgart: Team 321 mit Madeleine Oster und Tischlermeister Catrin Peest aus Heidelberg soll zur dritten Etappe nur pro forma starten, um nicht disqualifiziert zu werden. Die zweitägige Marathon-Etappe sollten die beiden nutzen, um sich auszuruhen und neue Kräfte für die zweite Hälfte der Rallye zu tanken.

Vorsprung ausgebaut

Viola Hermann und Vanessa Wagner haben die erste von zwei Marathon-Etappen genutzt, um ihren Vorsprung etwas auszubauen. Zwar mussten sie den vorletzten von 14 Checkpoints auslassen, aber ihre französischen Kontrahentinnen haben noch einen Checkpoint weniger passiert als die Handwerkerinnen. Allerdings ist der Abstand so gering, dass der kleinste Fehler zu einem erneuten Führungswechsel ausreichen würde.

Madeleine Oster und Catrin Peest wollen trotz ihres großen Rückstandes noch einmal Gas geben. Denn aussichtslos ist die Lage noch nicht, zumal außer dem Führungsduo alle Teams schon eine Reihe von Checkpoints verpasst und viele Strafpunkte gesammelt haben.

Auf alle Fälle bleibt die Rallye Aïcha des Gazelles 2016 weiter spannend. Für eine Vorentscheidung könnte die fünfte Etappe sorgen, wenn es wieder über zwei Tage ohne Biwak durch den Wüstensand geht.

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