Politik + Wirtschaft -

Kanzlerin über die duale Berufsausbildung Merkel will für die Meisterausbildung kämpfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel kämpft dafür, dass die duale Berufs- und Meisterausbildung erhalten bleibt und sich die Regelungen der EU dem nicht entgegenstellen. Auch die künftigen Herausforderungen im Handwerk benennt sie.

Bundeskanzlerin Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel will für die duale Berufs- und Meisterausbildung kämpfen. - ©

Angela Merkel hat die duale Berufsausbildung und den Meisterbrief im Blick: Die Kanzlerin setzt sich gemeinsam mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) dafür ein, dass die Regelungen der EU sich dem erfolgreichen Berufssystem in Deutschland nicht entgegenstellen. Das verkündete die Kanzlerin in ihrem wöchentlichen Video-Podcast.

Meisterbrief soll nicht an Wert verlieren

"Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir das duale Berufsausbildungssystem als gleichrangige Säule neben dem der Hochschulausbildung weiter etablieren, und in Europa natürlich kämpfen", betont Merkel.

Da die EU-Kommission Hürden abbauen könnte, die den Zugang zu reglementierten Berufen für jeden möglich machen, besteht im Handwerk die Sorge, dass der Meisterbrief dadurch an Wert verlieren könnte. Zudem steht der hohe Qualitätsstandard des Handwerks auf dem Spiel.

Handwerksberufe digitalisieren

Die Kanzlerin ist sich zudem sicher, dass es im Handwerk hervorragende Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Es gilt vor allem darauf zu achten, dass junge Menschen ihre Zukunft in der dualen Ausbildung sehen, auch wenn es um neue Berufsbilder geht, die mit der Digitalisierung im Zusammenhang stehen. Digitale Arbeitsprozesse sollten deshalb stärker in die berufliche Bildung integriert werden.

Studienabbrecher ins Handwerk locken

Auch für Studienabbrecher sieht Merkel eine mögliche Zukunft in der dualen Berufsausbildung. Denn: Wer erst spät feststellt, dass das Studium für ihn nicht das richtige ist, kann trotzdem im Handwerk eine erfolgreiche Karriere absolvieren.

Erfreulich ist für Merkel, dass die Zahl der Schulabbrecher auf 5,7 Prozent gesunken ist. Immer noch zu viel, findet sie dennoch. Außerdem sei an einigen Stellen der Wissensstand der jungen Menschen unzureichend: "Immer wieder klagen Unternehmen darüber, dass das, was heute für die modernen Berufsbilder benötigt wird, bei denen, die von der Schule kommen, nicht vorhanden ist." Daher müssten unter anderem die Kultusministerkonferenz und die Stellen, wo die Berufsbilder gemacht werden, Lehrpläne und die Erfordernisse in der Wirtschaft besser aufeinander abstimmen.

Merkel spricht in ihrem Video-Podcast u. a. auch über die Integration von Menschen mit Behinderung im Handwerk. Den Podcast können Sie hier anschauen. mak/sg

Video Podcast "Die Kanzlerin direkt": Merkel über die Zukunft des Handwerks

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2016 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare

Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

* = Pflichtfelder. Bitte ausfüllen

Dieter Jäkel

Bemerkung zum Beitrag " Frau Merkel kämpft für den Meisterbrief "!

Hoffentlich steht Frau Merkel dieses mal zu ihrem Wort, denn das versprach sie bereits einmal. Am 25.November 2005 in Düsseldorf zur Vollversammlung des ZDH (Zentralverband des Handwerks) versprach sie schon einmal an der Novellierung der Handwerksordnung etwas zu begleichen ! Dass die Abschaffung des Meisterbriefes in über 40 Handwerksberufen durch des Regierung des Herrn Schröder genauer gesagt durch den damaligen Herrn Wirtschaftsminister falsch war zwitschern bei uns seit fast 12 Jahren die Vögel vom Dach ! An der genannten Versammlung nahm ich damals als ein Vizepräsident einer Handwerkskammer teil. Von dieser Versammlung existiert ein Videobeweis, denn diese Versammlung wurde damals von Phoenix übertragen .Mit freundlichen Grüssen Ihr Faseboookleser aus Chemnitz.