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Die Automatik 7G-Tronic Plus erfreut den Fahrer Mercedes-Benz Vito Mixto im Test: Es geht auch ohne Joystick

Der Mercedes-Benz Vito gewinnt den Deutschen Nutzfahrzeugpreis 2016. Die DHZ hat ihn getestet, allerdings als Mixto mit Automatikschaltung.

Auf der Internationalen Automobilausstellung in Hannover wurde der Mercedes-Benz Vito als Nutzfahrzeug des Jahres ausgezeichnet. Das freut den Hersteller, denn die Auszeichnung beruht auf dem Urteil von Handwerkern, also einer wichtigen Zielgruppe der Mercedes-Transportersparte. 15 Handwerker aus verschiedenen Gewerken hatten für den Wettbewerb Anfang Juli sieben Transporter der Bulli-Klasse getestet.

Die Redaktion der Deutschen Handwerks Zeitung, die den Nutzfahrzeugpreis alle zwei Jahre vergibt, hat ebenfalls ein Auge auf den Vito geworfen. Allerdings stand als Testfahrzeug nicht wie im Wettbewerb ein Kastenwagen mit kurzem Radstand und Einstiegsmotorisierung zur Verfügung, sondern ein langer Mixto mit 190 PS und der neuen Automatikschaltung 7G-Tronic Plus.

Mixto heißen bei Mercedes die Kombis mit zweiter Sitzreihe für den gemischten Transport von bis zu sechs Personen und Material im verkürzten Laderaum – für Handwerksbetriebe, die über die Woche Bautrupps auf Montage schicken, eine gern gewählte Karosserieform.

Im Test: Mercedes-Benz Vito 119 BlueTec Mixto

Platzgewinn bleibt ungenutzt

Besonderes Augenmerk im Test-Vito verdient aber die Sieben-Gang-Automatikschaltung, die neuerdings nicht mehr mittels Joystick bedient wird, sondern über einen viel kleineren handlichen Schalthebel direkt am Lenkrad. Das ist nicht nur bedeutend komfortabler, sondern es bringt auch einen deutlichen Platzgewinn, der nicht nur der Kniefreiheit für den Fahrer zugutekommt. Gerade wenn – wie im Testfahrzeug – keine Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite verbaut ist, ergibt sich viel Raum zwischen den Sitzen, der vom Hersteller allerdings besser genutzt werden könnte.

Stattdessen findet sich zwischen den Sitzen eine glatte Kunststoffabdeckung, auf der abgestellte Gegenstände bei jeder Kurve ins Rutschen kommen. Hier werden sicher einige Handwerker selbst nachbessern und das Platzangebot für sich anpassen – sinnvoller wäre eine Lösung ab Werk.

Schalten oder schalten lassen

Das soll aber nicht davon ablenken, dass die Bedienung der neuen 7G-Tronic eine wahre Freude ist, zumal dafür die rechte Hand nicht mehr vom Lenkrad genommen werden muss. Außerdem stellt Mercedes drei Schalt-Modi zur Verfügung. Der Fahrer wird also trotz Automatik nicht vollständig entmündigt. Denn neben den verschiedenen Modi für komfortablen, ökonomischen oder sportlichen Fahrstil kann er über die Schaltpaddel selbst über die Wahl der Gänge entscheiden.

Beim Test hat sich das vor allem auf der Autobahn bewährt. Im Modus E kann der Vito besonders spritsparend im Verkehr mitschwimmen. Muss ein langsamer Lkw überholt werden, kann man manuell so eingreifen, dass der Transporter trotzdem flott von der Stelle kommt.

Im hektischen Großstadtverkehr kann dagegen im Modus C die Schalt­arbeit komplett an den Vito übertragen werden. Durch die breite Spreizung des Getriebes machen sich kaum Drehzahlsprünge bemerkbar und der Anfahrassistent hilft beim Stop-and-go.

Übrigens wird der 190 PS starke Vito mit Heckantrieb generell mit der 7G-Tronic-Plus-Automatik angeboten. Sie ist aber gegen Aufpreis von 2.143 Euro auch für die fürs Handwerk sicher sinnvolleren Varianten mit 136 und 163 PS zu haben, was aufgrund der komfortablen Fahrweise auf jeden Fall eine Überlegung wert sein sollte.

Datenblatt

Antrieb: Common-Rail-Dieselmotor mit 2.143 cm³, 190 PS und 7G-Tronic-Plus Automatikgetriebe (max. Drehmoment 440 Nm bei 1.400 bis 2.400 U/min)

Kraftstoffverbrauch: 5,8 l/100 km (6,6 l inner- und 4,4 l außerstädtisch mit mit BlueEfficiency-Paket)

Laderaummaße: Länge 1.419 mm, Breite 1.667 mm (1.270 mm zwischen den Radkästen), Höhe 1.337 mm

Zuladung: 865 kg

Wendekreis: 11,8 m

Gesamtpreis netto: 51.456 Euro, davon 34.270 Euro Grundpreis

Zusatzausstattungen (Auswahl): BlueEfficiency-Paket, Insassenschutzsystem Pre-Safe, aktiver Parkassistent mit Rückfahrkamera, intelligentes LED-Lichtsystem, Komfortsitze mit Sitzheizung und Lordosenstütze (vorn), Komfort-Dreiersitzbank mit Armlehnen (hinten), Holzfußboden mit Zurrschienensystem

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