Roboter auf dem Mars, Hightech in den Unternehmen und auch den Rest erledigt der Computer allein. Braucht man die Menschen bald gar nicht mehr oder nur noch fürs Controlling? Diese Woche zeigte, warum wir doch noch eine Chance haben. - Von Jana Tashina Wörrle
Die ersten Schritte von Curiosity – dem kleinen Roboter, der seit kurzem Bilder vom Mars zu uns schickt – auf dem fremden Planeten fesselten die Fernsehzuschauer. Sprachen lernt man heute nicht mehr in der Schule oder im Abendkurs bei einem Sprachlehrer, sondern übers Smartphone. Und für den Einkauf beim Metzger nutzt man besser den Grillautomaten, denn der hat rund um die Uhr geöffnet, wie praktisch. Schon jeder sechste Euro wird heute über das Internet verdient. Und Hightech ist so "in", dass die Bundesregierung sogar neue Förderprogramme dafür auflegt.
"Oh Mann! Wir sind so abhängig"! Abhängig von Automaten, Maschinen, Computern und anderen technischen Geräten, vor allem vom Fernseher. Ist eigentlich irgendjemand in den letzten Tagen mal auf die Idee gekommen, Sport zu machen? Sich ein bisschen zu bewegen? Man muss nur lange genug Olympia im Fernsehen anschauen, dann fühlt man sich auch so als hätte man gerade eine anstrengende Kanufahrt hinter sich oder ein Tischtennismatch. Nur beim Schlafen muss man jetzt ständig aufpassen, dass man nicht plötzlich aus dem Bett fällt, weil man im Traum gerade noch einen Speer für die Wertung im Siebenkampf abfeuert.
Die Maschinen haben uns ganz schön im Griff. Vielleicht übernehmen sie ja bald alles ganz alleine und die Menschen werden überflüssig? Zum Glück hat diese Woche aber gezeigt, dass das nicht so ist. Dass man uns noch braucht und dass auch Maschinen mal einen Fehler machen. Nur müssen wir den dann meistens ausbügeln.
Doch leider kann das Ausbügeln manchmal ganz schön teuer werden. So hat sich jetzt nämlich gezeigt, dass die Computersysteme, in denen die Daten für die Fahrzeugzulassung erfasst werden, immer einen Bindestrich zu viel ausgeben. Im Fahrzeugbrief steht dann wegen des Bindestrichs zwischen der Ortsmarke und dem darauf folgenden etwas anderes als auf dem Nummernschild. Und genau deshalb musste ein Autofahrer in Italien 500 Euro Strafe zahlen.
Teuer werden kann es für den Menschen aber auch, wenn Maschinen nicht genau messen oder wenn die Technik nach dem Einbau gar nicht mehr will. Dann muss der Mensch bzw. der Handwerker haften – aber immerhin wird er hier ganz dringend noch gebraucht. So auch bei der neuen Lkw-Maut auf Bundesstraßen. Da es hier keine Mauterfassungsbrücken gibt, müssen sich die Polizisten jetzt selbst an die Straße stellen und kontrollieren. Juhu, auch hier hat der Mensch gegen die Maschinen gewonnen.
Hoffnung macht aber auch ein neues Projekt des Bundesverbraucherministeriums. Damit die Verbraucher zukünftig eindeutig erkennen können, woher die Zutaten eines Produkts stammen, sollen auf den Verpackungen sogenannte Regionalfenster angebracht werden. Hier soll dann drinstehen, aus welcher Region die Zutaten kommen und was genau im Einzelfall als Region gilt.
Zwar ist die richtige Definition dafür noch nicht gefunden, aber das Signal ist klar: Es geht um die Waren, die nicht weit mit Maschinen transportiert wurden, die nur so weit von Maschinen verarbeitet sind, dass man die Zutaten noch erkennen kann und diese wurden dann – zumindest bei Bäckern und Metzgern – noch von Menschenhand hergestellt.
Dann standen in dieser Woche aber noch zwei ganz andere Themen auf der Tages- bzw. Wochenordnung: die Rentenreform und der Ausbau der Kinderbetreuung. Und was soll ich jetzt anderes sagen: Hier haben die Maschinen komplett verloren, denn hier geht mal wirklich um die Menschen.
Mit der Rentenreform ist zwar bislang kaum jemand einverstanden, aber dafür hätte ich einen Vorschlag wie man die Rentner, die jetzt alle viel mehr dazuverdienen dürfen, gleich wieder gewinnbringend gegen andere Probleme einsetzen kann – schließlich fehlen ja noch so viele Kinderbetreuungsplätze und wenn man den gängigen Vorurteilen glauben kann, haben die Rentner alle große Häuser mit Garten. Wie wäre es wenn man die Rentner zu Tagesmüttern macht? Dann hätten doch alle gewonnen und vor allem hätten Menschen, Menschen geholfen. Wie schön!
Zum Schluss habe ich noch einen kleinen Veranstaltungstipp für Wochenende und zum Selbermachen: Veranstalten Sie doch mal eine Dunkel-Bar, so wie es viele Augenoptiker jetzt machen. Dazu brauchen Sie auch gar keine Maschinen, nicht mal eine Lampe, keinen Computer und keinen Roboter. Nur einen dunklen Raum, ein paar Getränke und viele viele Menschen. Viel Spaß!
Die Woche mit der DHZ
Wie viele virtuelle Freunde haben Sie schon? Und gehen noch zur Bank und in den Supermarkt oder nur noch an den PC? Unsere Welt wird immer digitaler und wir sind schon so faul, dass uns eine Suchmaschine beginnt zu mobben. Eine Woche voller www.
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