Sternekoch wird Ehrenmeister der Fleischer-Innung Kassel
Seine Monopolstellung als Ehrenmeister der Fleischer-Innung Kassel büßte er zwar ein, aber dafür befindet er sich nun in allerbester Gesellschaft. „Der Schuhbeck verdient den Titel weitaus mehr als ich“, sagte Dr. Werner Müller, Bundeswirtschaftsminister a.D., heute Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn und Ehrenmeister der Fleischer-Innung Kassel, in seiner Laudatio auf Starkoch und Gastronom Alfons Schuhbeck anlässlich dessen Auszeichnung als Ehrenmeister der Fleischer-Innung Kassel in den Räumen der Handwerkskammer Kassel.
Wie bereits 2001, als Müller als Ehrenmeister in die Innung aufgenommen wurde, war wieder Fleischermeister Karl Sturm (Lohfelden) Ideengeber und Motor der Auszeichnung. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass diese Ehre Schuhbeck als Zweitem zuteil wurde. Denn der sei einer, dem es um regionale Produkte und die damit verbundene Qualität gehe. Und um Qualität gehe es auch im Fleischerhandwerk. Deshalb ließ Schuhbeck sich auch nicht lange bitten, ja zu der Auszeichnung zu sagen. Also kam er aus München nach Kassel gereist, um seine Ehrenurkunde aus den Händen von Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, für seine „Verdienste um die Esskultur und das regionale Fleischerhandwerk“ entgegenzunehmen, wobei Gringel grundsätzlich auf die Bedeutung des Meistertitels hinwies. Zuvor hatte Dirk Nutschan, Obermeister der Fleischer-Innung Kassel, zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßt. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte der Gesangverein der Kasseler Fleischer-Innung.
Dass diese Ehrung durchaus dem richtigen Mann zuteil wurde, machte Müller in seiner Festrede deutlich. Angesichts all der Aktivitäten, die der Sternekoch in den letzten Jahren entwickelt hat, fragte er augenzwinkernd, ob Schuhbeck wohl einen Doppelgänger habe. Ein Restaurant, eine Kochschule, ein Eissalon, ein Gewürzladen, ein Schokoladengeschäft, einen Partyservice, eine Bar und ein Café, Mannschaftskoch des FC Bayern München sowie eine Kochschau in Bayerischen Fernsehen: Die Liste, die Müller aufzählte, war beeindruckend und lang. Damit sei er nicht nur als Koch eine Institution, sondern auch als Unternehmer ein Vorbild.
Angesichts der Aufzählung zeigte sich dann selbst Schuhbeck überrascht. In seiner Dankesrede berichtete er nicht nur von seinem beruflichen Werdegang, von dem Auf und Ab in seiner Karriere, sondern machte auch deutlich, wie wichtig ihm als Koch gute Grundprodukte und der Respekt vor diesen Lebensmitteln sind.
Dass er etwas vom Fleischerhandwerk versteht, stellte er natürlich auch unter Beweis. Als frisch gekürter Ehrenmeister bereitete er als erste Amtshandlung Schweinegehacktes zu, das dann bei den Gästen reißenden Absatz fand. Die Kasseler Fleischer zeigten sich durchaus erkenntlich und verkaufen im Gegenzug künftig eine Herbstwurst in ihren Geschäften, eine Regensburger Wurst, mit angerösteten Austernpilzen. Das Rezept stammt vom neuen Ehrenmeister höchstpersönlich und fand ebenfalls großen Anklang bei den Gästen.
Meinung
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