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Internationale Handwerksmesse Maßschneider: Hier blüht Ihnen was

Hier blüht Ihnen was! – unter diesem Motto zeigen die Maßschneider auf der Internationalen Handwerksmesse in München die Trends für das Frühjahr und den Sommer 2015.

Modeschau Maßschneider
Florale Muster: Motto der Modenschau ist "Hier blüht Ihnen was!". -

Immer um 11 und um 15 Uhr interpretieren die Maßschneider das Frühlingsthema "Hier blüht Ihnen was!" bei einer Modenschau in Halle B1.

Modenschau des Maßschneider-Handwerks

Aktuelle Mode für den Frühling und Sommer 2015.

Anlässlich der Internationale Handwerksmesse stellte der Bundesverband des Maßschneiderhandwerks auch aktuelle Zahlen aus der Branche vor: Von den etwa 10.000 Betrieben des Maßschneider-Handwerks in Deutschland sind 1.974 klassische inhabergeführte Meisterbetriebe. Die meisten davon sind sehr kleine Betriebe, nur 335 haben mehr als fünf Mitarbeiter. "Das Maßschneider-Handwerk ist geprägt von Kleinbetrieben", sagte Inge Szoltysik-Sparrer, Vorsitzende des Bundesverbandes des Maßschneiderhandwerks. Zusammen erwirtschaftet es nach Angaben des ZDH einen Gesamtumsatz von 485 Millionen Euro.

Seit Abschaffung der Meisterpflicht vor zehn Jahren sei die Zahl der abgelegten Meisterprüfungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Waren es im Jahr 2004 nur 50 neue Meister, haben 2013 119 die Meisterprüfung abgelegt. Inge Szoltysik-Sparrer wertet die Abschaffung deshalb durchaus als positives Signal: "Der Meisterbrief ist für uns weiterhin das Gütesiegel für die Qualität des Maßschneider-Handwerks." Und diese sei eben auch für den Kunden ausschlaggebend. Nach wie vor favorisieren weibliche Kunden das Kleid und das Kostüm, wenn sie ein Atelier betreten. Bei den Männern ist es nach wie vor der Anzug.

Der Großteil der Azubis ist weiblich

452 Meisterbetriebe bilden derzeit 921 Lehrlinge aus. Als Wunschausbildung ist das Maßschneider-Handwerk frauendominiert. Nur 82 der Azubis sind männlich.

Modenschau des Maßschneider-Handwerks

Die Maßschneider präsentierten auch Trachtenmode mit "blühenden" Stoffen.

"Was besonders hervorsticht, ist die berufliche Bildung“", sagt Inge Szoltysik-Sparrer. 70 Prozent des Auszubildenden haben die Real-, Hoch- oder Fachhochschulreife. "Viele nutzen die Ausbildung als Sprungbrett zu einem Studium.“ Das sei für das Maßschneider-Handwerk sehr schade, denn „wir wollen die guten Leute auch sehr gerne im Handwerk halten", so die Vorsitzende. Gleichzeitig warb sie für eine Mitgliedschaft in einer Innung. Diese sei wichtig, um die betriebliche Situation zu stärken und den fachlichen Austausch zu fördern. Insgesamt verjünge sich das Gewerk. Sowohl das Alter der Meisterschüler als der Existenzgründer sinke. Dieser positive Trend war schon beim Bundeskongress im vergangenen Jahr in Dortmund deutlich sichtbar, wo nur 21 Prozent der Teilnehmer älter als 60 Jahre waren. dan

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