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Steuer aktuell Lohnsteuer-Nachschau: Das sollten Unternehmer beachten

In den Medien wird in letzter Zeit immer wieder über eine neue Wunderwaffe des Finanzamts gegen Steuersünder berichtet. Gemeint ist die Lohnsteuer-Nachschau des Finanzamts, bei der ein Lohnsteuerprüfer quasi als Überraschungsgast vor der Türe steht.

Diese Prüfungsmöglichkeit ist zwar nicht ganz neu. Unternehmer sollten jedoch einige Verhaltenshinweise beachten, wenn tatsächlich einmal ein Prüfer unangekündigt vor der Türe steht.

Die Lohnsteuer-Nachschau nach § 42g EStG gibt es bereits seit Mitte 2013. Dabei setzt das Finanzamt auf den Überraschungsmoment. Der Prüfer steht ohne Ankündigung vor der Türe und verlangt die Vorlage von lohnsteuerlich relevanten Unterlagen. Keine Zeit also für den Arbeitgeber, seine Lohnunterlagen auf Vordermann zu bringen.

Grundsätze zur Lohnsteuer-Nachschau

Steht tatsächlich einmal ein Lohnsteuerprüfer ohne vorherige Ankündigung vor der Türe, gelten folgende Steuerspielregeln:

  • Eine Lohnsteuer-Nachschau findet während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten statt.
  • die mit der Nachschau beauftragten Personen können ohne vorherige Ankündigung - und außerhalb einer Lohnsteuer-Außenprüfung - Grundstücke und Räume von Personen betreten, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit ausüben.
  • betroffene Personen müssen auf Verlangen Lohn- und Gehaltsunterlagen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden vorlegen und Auskünfte erteilen.
Wichtig: Der Lohnsteuerprüfer darf kein Geld eintreiben. In der Vergangenheit sind hier Fälle bekannt geworden, in denen Betrüger als Lohnsteuerprüfer aufgetreten sind und Geld eingetrieben haben. Der Lohnsteuerprüfer kann nur überprüfen und ist nicht zum Kassieren von Steuern berechtigt.

Verhaltensknigge bei einer Lohnsteuer-Nachschau

Sollte bei Ihnen eine Lohnsteuer-Nachschau durchgeführt werden, empfiehlt es sich, den Prüfer hereinzulassen. Unterlagen sollten ihm aber nur im Beisein Ihres Steuerberaters ausgehändigt werden. Lassen Sie sich zudem seinen Prüferausweis zeigen und notieren Sie seinen Namen und seine Kontaktdaten.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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