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Korsika: Insel der Kontraste

Urlaub auf der viertgrößten Mittelmeerinsel heißt wilde Bergwelten und traumhafte Sandstrände auf engstem Raum. Ein ideales Ziel für Outdoor-Freaks und Bade-Fans

Der Wind weht dem Wanderer eine angenehm kühle Brise um die Nase. In der Luft liegt der Duft wilder Kräuter, die an den Klippen entlang wachsen. Auf der einen Seite schwappen die Wellen an das zum Teil steile Küstenufer. Auf der anderen Seite liegen verstreut riesige Felsen in den bizarrsten Formen, die über die Jahrhunderte von Wind und Salzwasser geformt wurden. Dazwischen verläuft der schmale Pfad von Sant’ Ambroggio bis zum Strand von Arinella Plage im Nordwesten Korsikas. Es geht immer an der Küste entlang, nur unterbrochen von kleinen einsamen Buchten, die zu einer Badepause einladen.

Korsika – das ist eine wilde Mischung aus 1.000 Kilometer zerklüfteter Küste mit Stränden wie aus dem Bilderbuch und einem noch wilderen und grünen Inselinneren mit über 70 Gipfeln, die die 2.000-Meter-Marke überschreiten. Der höchste unter ihnen ist der Monte Cinto mit 2.706 Metern Höhe. Leicht zu erkennen an seinem oft bis in die Sommermonate hinein schneebedecktem Gipfel. Korsika ist ein ideales Ziel für Bade-Fans und Outdoor-Freaks.

Eine Festung wacht über Calvi

Ebenfalls im Nordwesten der Insel liegt die Hafenstadt Clavi. Ein Rundgang führt den Besucher durch schmale Gassen mit grobem Kopfsteinpflaster hinauf zur Zitadelle, die bereits im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Mächtig thront sie über der Stadt, umgeben von gewaltigen Festungsmauern, die senkrecht bis ins Meer abfallen. Wer hier oben den Blick schweifen lässt, hat das Gassengewirr der Altstadt und den Hafen zu Füßen und dahinter die mächtigen Berge der Balagne.

Die Berge sind aber nicht nur Wanderern vorbehalten. Auch Mountainbiker fühlen sich auf der Insel heimisch. Während das Mountainbike auf der schmalen Serpentinen-Straße vom Col de Battaglia, einem Pass im Hinterland von Calvi, talwärts rattert, wird der Radfahrer vom Duft der Macchia begleitet. Es duftet nach Rosmarin, Thymian und Immortelle – auch "Currykraut" genannt, ihr intensiver Geruch erinnert an das Gewürz. Zwischendurch tauchen immer wieder kleine Bergdörfer auf, die wie Adlerneste auf Bergkuppen kleben.

Korsika: Insel der Kontraste

Eines dieser Dörfer ist Sant’ Antonino. Vor einigen Jahren wurde es zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs gewählt. Früher diente es den Bewohnern als Zufluchtsort vor plündernden Piraten. Heute bummeln Touristen durch die verschlungenen, verwinkelten und labyrinthartigen Gassen.

Von den Bergen ans Meer

Den Blick wieder auf die kurvige Bergstraße gerichtet, geht es immer weiter Richtung Küste. Wer genauer hinsieht, wird feststellen, dass es sich hauptsächlich um Kastanienbäume handelt. Der Kastanienanbau hat eine lange Tradition. Es gibt noch 34 Kastanienmühlen auf der Insel, die die Früchte zu Mehl verarbeiten. Aus dem Mehl werden Brot, Kuchen oder Pulenta – die korsische Form der Polenta hergestellt. Es gibt aber auch Kastanien-Konfitüre oder Kastanien-Honig. Und wer nach einer erlebnisreichen Fahrradtour wieder die Küste erreicht hat und in einer Strandbar die Tagestour Revue passieren lässt, der sollte auch noch die letzte Kastanien-Spezialität ausprobieren: Pietra, das korsische Bier – gebraut aus Kastanienmehl.

Reiseinformationen zu Korsika

Anreise: Von Deutschland aus gibt es zahlreiche Charterflüge nach Calvi oder Bastia im Norden der Insel.
Fährverbindungen gibt es von Genu oder Livorno in Italien und Nizza in Frankreich.
Beste Reisezeit: Für Aktivurlauber eignet sich der Frühling oder der Frühherbst. Für Badeurlauber sind die Sommermonate oder ebenfalls der Frühherbst zu empfehlen.
Unterkunft: Das "Feriendorf zum störrischen Esel" liegt in einem großen Naturpark in der Nähe von Calvi. Es ist mit einfachen Chalets, Bungalows und Wohnzelten ausgestattet und liegt nur wenige Minuten vom Strand entfernt. Buchbar über rhomberg-reisen.com.

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