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Steuer aktuell Keine Differenzbesteuerung für Ausschlachten von Fahrzeugen

Handelt ein Unternehmer mit gebrauchten Teilen, die er von Privatpersonen ohne Umsatzsteuer kauft, kann er beim Weiterkauf umsatzsteuerlich die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG anwenden. Doch aufgepasst: Wird ein ganzes Fahrzeug gekauft, ausgeschlachtet und die Einzelteile anschließend verkauft, greift die günstige Differenzbesteuerung nicht.

Bei der Differenzbesteuerung nach § 25a UStG unterliegt nicht der Erlös der Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer ist aus dem Differenzbetrag zwischen An- und Verkaufspreis zu ermitteln.

Darum ging es in dem Streitfall

In dem Streitfall kaufte ein Unternehmer gebrauchte Fahrzeuge von Privatleuten – also Kaufpreise ohne Umsatzsteuer -, schlachtete die Fahrzeuge aus und verkaufte die Einzelteile über Internetportale weiter. Die Umsatzsteuer aus dem Verkauf der Einzelfahrzeugteile ermittelte der Unternehmer nach der Differenzbesteuerung. Doch das Finanzamt lehnte diese nach einer durchgeführten Umsatzsteuersonderprüfung ab. Denn bei der Differenzbesteuerung ist Voraussetzung, dass der gekaufte Gebrauchtgegenstand und der verkaufte Gebrauchtgegenstand identisch sind. Im vorliegenden Fall wurde allerdings ein ganze Fahrzeug gekauft und nicht wiederverkauft. Rückendeckung bekam das Finanzamt nun vom Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Urteil v. 1.10.2015, Az. 7 K 7183/13).

Tipp: Noch ist das letzte Wort in dieser Streitfrage aber noch nicht gesprochen. Der Unternehmer hat gegen das für ihn nachteilige Urteil des Finanzgerichts die Revision beim Bundesfinanzhof beantragt (BFH, Az. V R 37/15). Ist ein Unternehmer in dieser Sachbetroffen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Gegen den Umsatzsteuerbescheid, in dem die Differenzbesteuerung abgelehnt und der Verkauf der Einzelteile bei der Umsatzsteuer normal besteuert wird, ist Einspruch einzulegen.
  • Gleichzeitig ist bis zur Entscheidung durch den Bundesfinanzhof ein Antrag auf Ruhen des Einspruchsverfahrens zu beantragen.
Dann heißt es abwarten und hoffen, dass die BFH-Richter anders entscheiden. Die Chancen stehen 50 zu 50.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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