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Steuer aktuell Kein Betriebsausgabenabzug für Studienkosten angestellter Kinder

Beschäftigt der Betriebsinhaber eines Handwerksbetriebs sein eigenes Kind als Mitarbeiter, stellt es für die Zeit eines Studiums frei und übernimmt die Studienkosten, kann er diese Studienkosten nicht als Betriebsausgabe vom Gewinn abziehen. Das gilt selbst dann, wenn sich das Kind dazu verpflichtet, nach Abschluss des Studiums mehrere Jahre im Betrieb mitzuarbeiten.

Das Studium eines Kindes kann je nach Dauer der Studienzeit richtig teuer werden. Deshalb gehen immer mehr selbständige Handwerker dazu über, ihr Kind im Handwerksbetrieb anzustellen. Der Handwerksbetrieb übernimmt die Studienkosten für das Kind, weil sich das Kind dazu verpflichtet, nach Ablauf des Studiums mindestens für drei bis fünf Jahre im Betrieb mitzuarbeiten.

Finanzgericht lehnt Betriebsausgabenabzug ab

Die Finanzämter zücken bei dieser Gestaltung seit jeher den Rotstift und lassen die übernommenen Studienkosten beim Betrieb nicht zum Abzug zu. Diese strenge Auffassung bestätigten nun das Finanzgericht Münster (FG Münster, Urteil v. 15.1.2016, 4 K 2091/13 E). Zur Begründung führten die Richter aus:

  • Eltern sind unterhaltsrechtlich zur Übernahme der Kosten einer angemessenen Berufsausbildung seiner Kinder verpflichtet.
  • Bei der Anstellung im Betrieb und der Übernahme der Studienkosten durch den Betrieb lag eine private Motivation vor.
  • Eine Aufteilung der Kosten in abziehbare und nicht abziehbare Betriebsausgaben, ist nicht möglich, weil eine Trennung nach objektiven Maßstäben nicht möglich ist.

Tipp: Studiert das Kind nach Absolvierung einer Lehre und träge seine Studienkosten selbst, kann es diese Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten im Rahmen einer Zweitausbildung in seiner Steuererklärung geltend machen. Vorteil: Hat das Kind keine Einkünfte während des Studiums, stellt das Finanzamt für die beantragten Werbungskosten einen Verlustvortrag fest. Dieser Verlustvortrag kann dann mit späteren Einnahmen steuersparend verrechnet werden.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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