Speiseeishersteller ist seit August neuer Ausbildungsberuf
Eis ist die schönste Nebensache in der Sommerzeit und voller Fantasie: Mit Quark-Holunder, Drachenfrucht oder Pflaume-Zimt wetteifern die ausgefallensten Eissorten um die Gunst des Eisliebhabers.
Die Eiscafés florieren, doch ausgebildete Fachkräfte hinter der Eistheke fehlen. Abhilfe verspricht seit 1. August 2008 der neue Ausbildungsberuf Speiseeishersteller. Zwei Lehrjahre ermöglichen dem Azubi, das Handwerk der gefrorenen Köstlichkeiten zu erlernen. Schlüssel zum eisigen Erfolg sind Kreativität, ein ausgeprägter Sinn für Geschmack, Geruch sowie gestalterische Geschicklichkeit. Seinen Ursprung hat das Eis in der Antike als Gletscherschnee gemischt mit Früchten. Zur italienischen Spezialität mauserte es sich als Kältemix aus Wasser, Salpeter und verschiedenen Obstsorten. Im 18. Jahrhundert eroberte der gefrorene Genuss schließlich auch die europäischen Kaffeehäuser. Heute vernascht jeder Deutsche bis zu 8 l Eis jährlich. Eine süße Welt, in der sich eine Ausbildung lohnt. Sie kombiniert die Praxis in Eisdiele, Eiscafé oder Konditorei mit Theorie im Blockunterricht zu Winterzeiten in der Berufsschule. Ausbilden können in der Region Stuttgart nahezu 40 reine Speiseeishersteller und – wenn sie Speiseeis produzieren – rund 800 Bäckereien und Konditoreien. „Der Reiz dieser Ausbildung zum Speiseeishersteller ist der Mix aus verschiedenen Schwerpunkten“, informiert Rudolf Küchlin, Abteilungsleiter Nahrung in der Gewerblichen Schule Im Hoppenlau in Stuttgart über die Lernfelder. „Einerseits sorgt die Lehre für ein umfassendes Know-how im kulinarischen Teil. Detaillierter heißt das, verschiedene Verfahren der Rohstoffverarbeitung und Rezepte zu studieren und Tipps für die richtige Spürnase in Sachen Eis-Trends mitzunehmen. Damit das Menüangebot auch zur Winterzeit passt, lernt der Azubi außerdem die Zubereitung kleiner Gerichte wie Pasta, Suppen oder Salate.“ Andererseits legt die Ausbildung großes Gewicht auf den kundenorientierten Verkauf der kalten Köstlichkeiten, die Geschäftsführung und das Marketing.
Ist der Abschluss erbracht, warten Eisdielen, Konditoreien oder Bäckereien auf die Fachleute. Die Karriere muss aber nicht unbedingt im Eis verankert sein: Wer mag, kann nach Abschluss als Konditor oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk den Weg ins Gastgewerbe einschlagen und bekommt ein Lehrjahr angerechnet. Rudolf Küchlin räumt der Ausbildung im Beruf Speiseeishersteller gute Entwicklungschancen ein. „Noch ist vielen Jugendlichen nicht bekannt, dass ein neuer Ausbildungsberuf existiert. Ausbilder sehen noch bürokratische Barrieren. Das sind die üblichen Hindernisse. Doch die Nachfrage aus der Wirtschaft ist da – ebenso wie das Bedürfnis, einen eigenen Berufsstand zu erhalten und ausbilden zu können.“
Meinung
Die deutsche Wirtschaft und der deutsche Steuerzahler müssen sich wohl damit abfinden, mit noch größeren Beträgen für die Schulden klammer Euro-Partnerländer haften zu müssen. Statt Schuldenabbau also neue Schuldenberge? Dies scheint der bittere, gemeinsame Nenner der Wahlen in Frankreich und Griechenland zu sein.
Reise
Das Rofangebirge am Achensee, ideal für Profis und Einsteiger. Und nach einer spannenden Tour mit Helm, Klettergurt und Karabinerhaken kommt die Erkenntnis: Bergsteigen ist kein Klacks.