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Mietwohnungsbau Kabinett beschließt Sonderabschreibung

Die Bundesregierung will in Ballungsräumen den Mietwohnungsbau ankurbeln. Das Kabinett hat eine entsprechende Sonderabschreibung beschlossen. Diese soll allerdings befristet sein.

Angesichts der massiven Wohnungsnot in Ballungsräumen will die Bundesregierung den Mietwohnungsbau ankurbeln. "Ich bin froh, dass es in Zusammenarbeit mit dem Bundesfinanzminister gelungen ist, die notwendigen steuerlichen Anreize zu schaffen", sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD). Deutschland brauche jetzt mindestens 350.000 neue Wohnungen pro Jahr.

Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist es wichtig, die richtigen Anreize zu setzen und "den Neubau von Wohnungen gezielt und zeitlich befristet steuerlich" zu fördern. Laut Gesetzesentwurf wird das Vorhaben Bund, Länder und Gemeinden insgesamt rund 2,15 Milliarden Euro kosten. Noch müssen Bundestag und Bundesrat den Plänen zustimmen.

35 Prozent der Baukosten steuerlich absetzbar

Nach dem Kabinettsbeschluss sollen 35 Prozent der Anschaffungs- beziehungsweise Herstellkosten neuer Gebäude steuerlich geltend gemacht werden können. Dabei entfallen jeweils zehn Prozent auf das erste und zweite Jahr sowie neun Prozent auf das dritte Jahr. Hinzu kommt noch die bereits geltende jährliche Abschreibung von zwei Prozent. Insgesamt müssen die Gebäude mindestens zehn Jahre lang vermietet werden. Die Sonderabschreibung soll zeitlich befristet sein und nur für Bauanträge gelten, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 31. Dezember 2018 gestellt wurden.

Kosten bis 2000 Euro pro Quadratmeter förderfähig

Bundesbauministerin Hendricks wies außerdem darauf hin, dass die Abschreibung nur in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gelte. Dies betrifft Lagen mit hohen Wohngeldstufen (4-6) und Gebiete mit Mietpreisbremse oder Kappungsgrenzen.

Auch würden keine Luxuswohnungen gefördert. Bemessungsgrundlage für die Sonderabschreibungen seien die Anschaffungs- und die Herstellkosten bis maximal 2000 Euro pro Quadratmeter. Sollten die Kosten zwischen 2000 und maximal 3000 Euro Kosten liegen, sollen maximal 2000 Euro geltend gemacht werden können. Liege der Preis darüber, würden die Wohnungen durch Sonderabschreibungen nicht begünstigt.

Baugewerbe: Schritt in die richtige Richtung

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) bewertete den Beschluss als Schritt in die richtige Richtung. "Auch wenn wir uns eine generelle Erhöhung der AfA von zwei auf vier Prozent gewünscht hätten, begrüßen wir den heutigen Beschluss der Bundesregierung, eine Sonderabschreibung im Wohnungsbau einzuführen", sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Damit würden Investitionen in neue Wohnungen mit Sicherheit gefördert, sagte er mit Blick auf die bestehende Lücke zwischen dem Bedarf an neuen Wohnungen und dem tatsächlichen Wohnungsneubau. Denn im vergangenen Jahr seien nur 290.000 Wohnungen neu auf den Markt gebracht worden.

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Herbert Herrmann

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